Spurensuche

Gestern roch es schon verdächtig nach Regen. Deshalb hat sich Linus auch einen sicheren Unterschlupf gesucht. Tja, ein Schmetterling verträgt zwar die Sonne, darf aber keinen Regentropfen ab bekommen. Sonst verliert er die Schuppen auf seinen Flügel und ohne könnt er nicht mehr fliegen. Selbst, wenn schon einige fehlen, braucht er mehr Kraft zum Fliegen und lebt dadurch nicht so lange.

Deshalb springe ich für die nächsten Tage ein: Ich Marina Lauffein, die Grasschnecke. 

Und ich muss schon sagen, dieser Regen, welch eine Wohltat. Endlich kann ich wieder aus meinem Häuschen raus und mich bewegen...

 

Ui, was ist denn hier passiert? Wer hat denn  die vielen Pflanzen angeknabbert, so dass nicht mehr viel von ihnen übrig ist.... hm, mal reinriechen...

Nein, eine Schnecke ist hier nicht der Übertäter. So, was erkenne ich an der Duftnote. Denn jede Schneckenart produziert einen etwas anders riechenden Schleim, aber das riechen nur wir!

 

Hm, mal weiter suchen... aha, da sind weitere Spuren. Überall liegen kleine runde Kügelchen herum... und die fühlen sich beinah an wie Erde. Aber auch nur beinah!

 

Mal dran schnuppern! Hm, riecht wie.... ja, wie der Kot von einer Raupe.

Aha, dann waren hier wohl ganz schön viele Raupen am Werk. Ne richtige Herde vermute ich mal.

 

„Nunja, wie man es nimmt!“

Wer hat mir denn da geantwortet? -

Ah, da... da sitzt ja ein Schmetterling!

Und meine Sinne verraten mir, dass es ein Kohlweißling ist.

 

„Hast du alles beobachtet?

„Könnte man so sagen!“

 

„Dann weißt Du wie viele es waren und wo sie nun hin sind?

Sind sie weiter gekrabbelt, um neue Weidegründe zu finden?!“

„Du stellst viele Fragen. Bist wohl einer der Wiesenhelden-Reporter.“

„Ja, ganz genau. Ich bin ein emsiger Berichterstatter für Neuigkeiten

aus dem Wiesenreich! Also, was ist, was kannst du mir erzählen.“

„Tja, weißt Du, dass hier waren nur mein Bruder und ich gewesen... wir haben 2 Wochen gefressen und nach 10 Tagen im Kokon, bin ich heute Morgen geschlüpft! - Und jetzt werde ich weiter Nektar schlürfen und mich stärken!““

Ui... es gibt wirklich sehr gefräßige Raupen! Da, liebe ich meine Kollegin Alby, sie ist ja die Raupe eines Schwalbenschwanzes, aber die sind bei weitem nicht so gefräßig und hinterlassen auch keinen solchen Schaden. Kein Wunder, dass so manch eine Raupe als Schädling angesehen wird.

Wobei ich natürlich weiß, dass es auch bei uns Schnecken so den einen oder anderen gibt, der einfach nicht den Bauch voll genug bekommen kann. Aber ich glaube, solche Lebewesen findet man überall, bestimmt auch bei Euch Menschen.

Bis demnächst M.L.

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!