Männerschlaf

Heute Nacht hat es so stark geregnet, dass ich den Eindruck hatte, dass der Himmel all sein Wasser zurück zur Erde geschickt hätte… der Wind hat mit den Pflanzen voller Kraft gespielt, so dass ich ihn anhand des Zitterns der Wurzeln noch tief in meinem Erdreich spüren konnte. Es war eine gewaltige Melodie, die nur so vor Spannung und Lebendigkeit geladen war.

Sorgsam hatte ich mich ja schon gestern Morgen in meinem Schutzraum zurück gezogen – einer kleinen Erdhülle, die ich gut mit Speichel und Kot ausgekleidet hatte, dass weder Hitze noch Wasser mir gefährlich werden können.

Als die Schwingungen in den Wurzeln rings um mich herum nachgelassen haben, hab ich mir langsam meinen Weg wieder noch oben zur Erdoberfläche gebahnt. Es ist inzwischen schon fast mittag und die meisten Insekten sind schon lange unterwegs…

Nur ein paar wenige hab ich schlafend auf einem Wiesenbocksbartblüte gefunden. Noch dazu Bienchen, von denen es heißt: sie wären so fleißig!

 

„Hallo meine kleinen Bienchen, wieso seid ihr noch nicht unterwegs?!“

„Gähn… was ist los? Wieso weckst du uns?“

„Na, weil schon bald Mittag ist und ihr hängt da immer noch so rum!“

„Eigentlich schlafen wir nicht ganz so lange. Na ja, zumindest schlafen

wir länger wie die Weibchen von uns Wildbienen. Doch

die heutige Nacht war so anstrengend.“

„Genau, normal müssen wir uns ja schon richtig in eine Blüte reinklammern, damit wir nicht im Schlaf einfach herunter fallen, aber

bei dem Sturm haben wir viel Kraft verbraucht und

sind auch später eingeschlafen.“

„Wir sind eben Langschläfer! Wenn wir so schöne Brutnester zum Schlafen hätten wie die Weibchen, warm und kuschelig, wären wir bestimmt früher fit.“

„Die Nächte sind kühl und das macht die Glieder steif, weißt du!“

 

„Eigentlich sind doch Wildbienen meist Einzelgänger, oder?!“

„Ja, wer nicht zu einem Staat gehört, macht sein eigenes Ding. Aber wir Männchen müssen eben zusammen halten. Für die Weibchen sind wir ja leider nur für eine Sache gut und dann schmeißen sie uns raus.“

„Ja, und daher treffen wir uns immer zu mehreren auf einer Blüte, um uns gegenseitig auch mal zu wärmen, wenn es darauf ankommen sollte.“

 

„Oh ja, auf dieses Kuschelding stehen wir Regenwürmer auch… ich glaub, ich werde meine Freunde mal wieder besuchen und dann verkringeln wir uns mal wieder so richtig schön!“

 

Jede Wildbiene hat so ihre eigenen Schlafgewohnheiten, wenn Ihr mehr darüber und über ihre Lebensweise erfahren wollt, dann schaut doch mal in diese Links hier hinein:

www.wildbienen.info/biologie/schlaf.php

www.naturgartenfreude.de/wildbienen/schlaf/

 

Und wenn Ihr mehr über den Wiesenbocksbart wissen www.pflanzenfreunde.com/heilpflanzen/wiesenbocksbart.htm

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!