Alles nur Luft!

In den letzten Tagen bin ich statt einer Spinne, nur einem Weber-knecht, zwei Tigerschnegel und einem verrückten Haufen Wespen-larven begegnet.

Ich bin mal gespannt, wie lange ich brauche, um eine echte Spinne zu finden.

 

Hm… hier sind schon mal ein paar Spinnfäden. Doch, das muss nichts bedeuten. Denn ich hab gelernt, dass Spinnenseide auch von anderen Tierchen produziert wird. Selbst Schnecken haben einen ähnlich aussehenden Schleimfaden. Aber Moment, da ist ein Schatten… und er hat acht Beine. Ich bin also auf der richtigen Spur…

die hängt aber komisch unter dem Blatt, was soll denn diese Übung. Auf diese Art kann sie keine Beute fangen, oder doch?    „Hallo?!“

 

Hm, keine Antwort. Vielleicht sollte ich doch ein Stück näher kommen.

Sie ist zumindest kein Weberknecht. Dafür sind die Beine viel zu kurz.

Also kann sie nicht einfach auf die Idee kommen mich mit ihrem Lasso einfangen.

Oh, wie mein Raupenherz pocht. So nah bin ich einer Spinne ja noch niemals gekommen. Hoffentlich mach ich da keinen Fehler… ach, ich muss mich einfach auf meine Giftgabel verlassen, die ich bei Gefahr an meinem Nacken ausstülpen kann und mit dem ich meinen Gegner einfach umstinken kann.

 

O, nein! Das kann doch nicht sein!

Das ist ja nur eine leere Hülle. Hier war mal eine Spinne drin.

Sieht aber echt atemberaubend aus. Dieser alte Spinnenpanzer ist toll. Da kann ich so ziemlich alles sehen. Die einzelnen Gelenke und wie sie am Körper befestigt sind. 

Spinnen gehören zu den Lebewesen, die sich immer mal wieder häuten müssen, weil der alte Panzer zu klein geworden ist. Zumindest, solange sie noch nicht erwachsen sind.

Aber bei den dünnen zerbrechlichen Beinchen da ist es schon erstaunlich, dass die Spinne es geschafft hat, in einem Stück zu bleiben.

 

„Ja, und wenn es gar zu trocken war im Sommer, hab ich schon erlebt, dass eine Spinne auch mal bei ihrer Häutung ein Teil ihres Beinchen

oder gar ein ganzes Bein verloren hat, weil die alte Haut durch

die Trockenheit viel zu steif war.“

„Wer spricht denn da?“

„Na ich, die Butterblume, an der diese Hülle hängt.“

 

„Ach herrje, müssen diese Spinnen dann ein Leben lang

mit weniger Beinchen herum humpeln?“

„Nein, die Beine wachsen nochmal nach.

So ein Spinnenkörper ist schon toll eingerichtet.“

 

„Weißt du denn noch mehr?“

„Na klar! Das Häuten ist für die Spinnen noch aus einem anderen Grund wichtig. Im Laufe der Zeit trüben die Augenlinsen ein, die ganze Oberfläche der Haut nutzt sich ab und durch die Häutung erneuert sich alles wieder. Sie können wieder besser sehen, besser Tasten und Fühlen. Und vor allem die Hafthaarpolster an den Füßen einer Spinne sind enorm wichtig. Mit ihrer Hilfe können sie gut klettern, selbst auf glatten Flächen.“

 

Tja, liebe Menschenkinder, so unterscheiden wir uns. Wir Gliederfüßer müssen uns alle paar Wochen häuten, um wachsen zu können und somit die Welt um uns wieder besser spüren zu können. Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir als ausgewachsenes Insekt nur recht kurz leben...

Bei Euch Menschen erneuern sich die Zellen dagegen regelmäßig, jede für sich. Und der Panzer, der Euch Stabilität gibt - das Skelett - wächst bei Euch immer mit, im Inneren, daher braucht Ihr Euch nicht zu häuten. Bei uns ist das nicht so.

Weil unser Panzer uns umhüllt, wird er auch als Außenskelett bezeichnet.

 

Also noch einen schönen Tag... bis Morgen!

A.T.

 

 

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Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

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und seinen Gefühlen umzugehen, geht

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