einfach einmal nur spinnen...

Die letzten Tage waren sehr anstrengend für mich. Das kühle und feuchte Wetter macht ein Insekt einfach müde.

Vor allem, wenn man als rasender Wiesenhelden-Reporter unterwegs ist und Euch Menschen wichtiges über die kleinen Mini-Helden von Mutter Natur zu berichten hat!

 

Daher mach ich heute eine kleine Pause und ruhe mich etwas aus. Pausen sind sowieso sehr wichtig. Vor allem, wenn es gilt, nicht seine Kraft in einer einzigen Woche oder einem Tag zu verpulvern. Obwohl das einige Insekten tun, wenn sie erwachsen geworden sind.

Es ist nämlich nicht immer leicht, den richtigen Partner zu finden, um für Nachwuchs zu sorgen. Besonders in der heutigen Zeit!

Dazu kommt noch, dass dann die Futterpflanze stimmen muss. Wenn das Tierchen pech hat, gibt es kaum noch welche, wenn es aus seinem Puppenstadium ausbricht. Und dann heißt es suchen, suchen, suchen!

Bei uns gibt es ja keine Supermärkte, wo wir hinfliegen könnten, um das richtige Futter gegen Papier einzutauschen. Und selbst zu fliegen, vor allem größere Strecken, das ist sehr anstrengend. Ganz anders, als in einen Metallkasten einzusteigen, der von rauchender Magie angetrieben wird...

 

Ich muss immer noch an den gestrigen Tag denken. Welches Netz die Raupen da über die Brennnessel gesponnen hatten. Allein um ein Seidennetz herzustellen, braucht es die richtigen Proteine. Das sind spezielle Eiweißstoffe, die der Körper aus dem Futter, das er bekommt, herstellt. Die Spinnenseide der Achtbeiner ist allerdings um einiges reißfester – klar sie dient ja zum Einfangen von Beute, während sie bei den Raupen nur als Schutzgespinst dient gegen Fressfeinde. So ähnlich wie Ihr Menschen Moskito-Netze gegen die Blutsauger-Mücken entwickelt habt und sie über Euren Schlafstätten aufhängt.

 

Die Seidenraupen sind Euch am liebsten, denn ihre Seide könnt Ihr sogar verweben und anziehen. Ihr Seide ist wirklich sehr reißfest, aber nicht so elastisch wie die der Spinne.Die Spinnen produzieren ihre Seide an ihrem Hinterteil. Dort befinden sich 2 bis 3 Paar Spinnwarzen.

Dagegen kommt die Spinnseide der Raupen sozusagen seitlich am Mund heraus - dort sitzen Drüsen, die anders funktionieren, wie die von Insekten, die keine Spinnenseide produzieren können.

 

Schnecken können das auch – ihre Drüsen produzieren aber Schleimfäden. Und Eure Menschendrüsen bei Euch im Mund dagegen erzeugen nur einfachen Speichel. Eure Drüsen sind also nicht in der Lage das für Spinnseide wichtige Protein – Eiweiß – herzustellen!

 

Das größte Schutznetz spinnen übrigens die Gespinstmotten. Sie können einen großen Baum komplett mit einem Netz verhüllen. Sieht so ähnlich aus, als wenn ihr einen silberweißer Gardinenstoff über einen Ast legen würdet. Die Raupen werden nicht gerade groß, kommen aber auch wie die der Tagpfauenaugen und Kleinen Füchse in einem riesigen Familienverband vor.

 

Dagegen gibt es Raupen, die aus dem Mittelmeer eingewandert sind, die alles andere als harmlose, schöne, wenn auch nur kleine Verhüllungen spinnen… nun ja, es sind mehr ihre Brennhaare, die sie teils massenhaft zur Verteidigung abschießen bzw. die beim Häuten raus geschossen werden, die sich gefährlich erweißen.

Diese Haare sind irgendwie mit den Brennesseln verwandt, könnte man meinen. Denn Sie enthalten ebenfalls Nesselgift, auf das Eure Haut reagiert. Dazu kommt, dass diese Haare nicht einfach zu entfernen sind. Sie „beißen“ sich regelrecht fest. Das liegt an den Widerhaken, die sie besitzen.

 

Falls eine solche Raupenfamilie der Eichenprozessspinner, sich einen Baum in Eurer Nähe ausgesucht haben sollte, heißt es: Fern bleiben!

Wenn Ihr eine Eiche sehen solltet, oder auch eine Buche, die so etwas wie ein weißes Nest, am Stamm hat, dann heißt es: Achtung, kommt nicht näher. Denn dann können nämlich nicht nur die Häärchen auf Eure Haut gelangen, sondern auch eingeamtet werden!

Und stellt Euch mal vor, wie das wohl brennen würde – wie Brennnesselblätter, die im Mund oder in der Lunge herum tanzen!

 

Wenn Ihr mehr darüber wissen wollt, dann schaut mal auf dieser Seite vorbei:

www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/eichenprozessionsspinner-so-erkennt-man-die-gefaehrlichen-raupen-a-1151219.html

 

Ist allerdings ein ganzer Baum verhüllt, dann braucht Ihr keine Angst zu haben, denn dieses Werk stammt, wie vorhin schon erwähnt von den harmlosen Raupen der Gespinstmotte!

 

Also dann, ich gönn mir ne Runde frischer

Karottenkraut-Blätter und erhol mich.

Bis Morgen dann Eure Alby!

 

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

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Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

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