Kokon im Kokon

Na, was sehen meine Augen da? Wer webt denn da einen Kokon im Kokon?

Na, so was! Was hab ich denn da auf einem Kleeblatt entdeckt?

Da scheint eine Raupe einen ziemlich großen Kokon anzulegen… schön rund und jeder Teil perfekt ans Blatt ran geklebt – also ein Schutzkokon kann das nicht sein. Aber zum Verpuppen ist der Kokon um einiges zu groß.

Was dieses Tierchen da wohl vor hat?

Am besten ich krabbel näher heran und frage!

 

„Hallo Raupe, du baust aber einen tollen Kokon. Was hast du damit vor?“

„Erstens bin ich keine Raupe und zweitens,

warum glaubst du wohl baut eine Larve einen Kokon.

„Ah – zu welchem Stamm gehörst du denn?“

 

Die Antwort lässt eine Weile auf sich warten. Stattdessen wedelt die Larve mit ihrem Hinterteil hin und her und spinnt ihren Faden, den sie mit dem großen Kokon verwebt. Aber Moment mal, die beginnt ja noch einen Kokon zu weben, direkt unter dem großen und der passt von der Größe her zu der Körpergröße der Larve.

Und stimmt, sie kann wirklich keine Raupe sein. Sie ist viel zu flach, gleicht mehr der Larve einer Schwebfliege. Doch die Larven der Schwebfliegen haben keine Beinchen und keine Antennen. Außerdem spinnt eine Raupe eines Schmetterlings oder einer Köcherfliege ihre Seide mit dem Maul, besser gesagt mit ihren Labialdrüsen.

Diese hier baut aber mit ihrem Hinterteil wie eine Spinne… hm, sehr merkwürdig.

Oh, sie ist gleich fertig …

 

„Die Familie zu der mein Stamm zählt, nennt sich Netzflügler. Dazu zählen auch die Florfliegen. Sie sind nur um einiges größer, als wir! Ich gehöre zu den Staubhafte. Denn, wenn ich endlich meine Flügel bekommen habe, sieht die Wachsschicht darauf aus wie weißer Staub.“

 

„Dann bist du also eine Blattlausfresserin?“

„Die Florfliegenlarven fressen Blattläuse, das stimmt. Nur für mich wären diese Tierchen etwas zu groß. Bei mir stehen kleinere Tierchen auf

dem Speiseplan oder deren Eier! Vor allem die kleinen Milben liebe ich,

die den Menschen wie rote Punkte auf den Pflanzen erscheinen.“

„Dann wünsche ich dir eine schöne Verpuppung!“

„Danke!“

 

 

Jede Larve einer Staubhaften hat so ihre eigenen Rückenzeichnung ähnlich wie bei den Larven der Schwebfliegen.

Und im Gegensatz zu den Larven der Schmetterlingen besitzen sie schon richtig lange Beine sowie entsprechende Fühler.

Neben den Netzflügelern gibt es auch noch einige Käferarten, die ebenfalls mit ihrem Hinterteil wie eine Spinne ein Netz spinnen können.

Nach dem Schlüpfen sind Beine und Fühler noch länger. Der Körper ist knapp 4mm lang, die Flügel etwas länger.

Die Larven der Staubhaften leben an Land, es gibt aber auch welche, die im Wasser leben – so wie die Bachhafte oder die Schlammhafte, die knapp doppelt so groß wird und silbernbraune Flügel hat.

 

Sie alle sind eigentlich nachtaktiv, das heißt sie schlafen am Tag und suchen ihre Beute wenn es dunkel wird.

Die erwachsenen Tierchen sitzen daher über Tag auch unter den Blättern... sie hängen sozusagen ab.

 

 

Besonders schön sind die Faden-haften, sie haben solch bemerkens-werte Flügel, dass sie wie kleine Schmetterlinge wirken.

Ihre Vorderflügel können durchaus bis zu 35 mm lang werden und ihre Hinterflügel gar bis zu 90 mm – diese sind allerdings sehr schmal, wie ein Faden - daher auch der Name.

 

Hier auf dieser Seite findet Ihr tolle Bilder von Fadenhaften und weiteren Netzflüglern: www.artengalerie.makro-forum.de/index.php?cat=295

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

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