Ganz ohne Muskelkraft

Ist das ein verregneter Sommer. Eigentlich wäre ja inzwischen Linus von Lieblich mit der Berichterstattung dran, aber bei dem wechselhaften Wetter müsste dann immer wieder Marina, die Schnecke, einspringen. Denn für die Flügel eines Schmetterlings sind Regentropfen sehr gefährlich. Deshalb verkriecht sich unser Chef-Reporter meist unter dem Blätterdach von Hecken und Bäumen, oder auch mal in geschützten Nischen.

Im Moment scheint wenigsten die Sonne. Und die Regentropfen glitzern silbern in ihrem Licht. Alles schimmert und strahlt regelrecht, denn überall haben sich große und kleine Tropfen an den Blättern, Blüten und Stilen angeheftet.

Wasser ist ja bestrebt zusammen zu bleiben. Vor allem die kleinen Tropfen! Das liegt an der Oberflächenspannung. Das ist so ähnlich, als würdet Ihre euch in einem Kreis zusamen setzen. Ihr haltet Euch an den Händen und die Füße und Beine des Nachbarns sind ebenfalls miteinander „verschlungen“, so als würdet Ihr sitzen und die Beine übereinander schlagen, nur eben beim Sitznachbar. Wenn dann einer von Außen versucht Euch auseinander zu reißen, dann schafft er das nicht.

Doch, wenn der Wassertropfen größer wird – Ihr Euren Kreis vergrößert und Euch somit nur noch mit gestreckten Armen an den Händen festhalten könnt, dann kann schon ein kleiner Druck oder in der Natur ein Windhauch oder eine Erschütterung ausreichen und schon reicht die Oberflächenspannung nicht mehr, um sich an der Pflanze fest zu halten.

Ui… so wie jetzt gerade ein Tropfen vom Blatt herunter rutscht und neben mir aufplatscht!

Aber Moment hab ich da nicht eben einen Tropfen von einem Blatt zum anderen springen sehen? Aber das geht doch nicht. Regentropfen können fallen, aber nicht springen!

Das muss einen anderen Grund haben… vermutlich ein Tierchen… ah, gerade ist es auf ein von der Sonne beschienenes Blatt gesprungen. Und jetzt?

Gar nichts mehr! Also jetzt muss ich doch mal los krabbeln und heraus finden, wer sich da als Springkünstler versucht.

Oho, das ist ja eine kleine Spinne, eine mit vielen Querstreifen. Nunja, wenn ich darüber nachdenke, was ich in den letzten Wochen so über Spinnen gelernt habe… und die einzige, die auch toll hat springen können, war die Rindenspring-spinne.

Dieses Tierchen muss also mit ihr verwandt sein!

 

„Wer bist du und warum liegst du so faul in der Sonne herum?“

„Gähn? Ach, ein Wiesenhelden-Reporter!

Ich gehöre zu den Zebraspringspinnen.

Wir zählen zu den kleinsten Springspinnen.

Mein Name ist Melvin Sprungbein.

Und was soll man bei dem Wetter schon groß machen?

Wenn da mal die Sonne raus kommt, muss man einfach

diese angenehme Wärme genießen! Ups, du entschuldigst...“

 

Was hat die denn, warum springt sie denn jetzt weg – oh, wow! Was für ein Sprung und… sie hat gerade eine Fliege erbeutet. Und so zielgenau! Dabei war das Tier bestimmt 20 Körperlängen von der Spinne entfernt!

 

„Wie hast du das gemacht? Ich hab gar kein Insekt fliegen sehen?“

„Tja, das liegt daran, dass wir Spinnen auch mehrer Nebenaugen besitzen. Und nicht wie ihr Insekten nur 2 Hauptaugen. Mit diesen können wir selbst Bewegungen ausmachen, die hinter uns stattfinden. Und dank, zu meinem Stamm gehörenden, Räumlich-Sehen-Könnenden Augen, ist es leicht die Entfernung abzuschätzen. Auf diese Weise sehe ich punktgenau, wo das Insekt sitzt. Meine Beine rechnen die dazugehörende Sprungkraft und Richtung aus und schon geht es los.“

 

Ist schon Wahnsinn! Wenn ich solch ein Sprungtalent hätte, würde ich nie eine Sensation im Wiesenreich verpassen… so würde ich punktgenau dorthin springen und nicht erst mühsam rüber krabbeln, um dann fest zu stellen, dass schon alles vorbei ist.

Dann bis Morgen, liebe Freunde!

Eure Alby

Die Zebrasprungspinne hat vorne 2 große Augen und rings um den Kopf herum angeordnet, noch 6 weitere Augen – auf diese Weise kann sie alles sehen, ohne den Kopf dabei drehen zu müssen!

Außerdem haben sie selbst einen schärferen Blick, als Ihr Menschen! Man könnte sie auch als die Falken unter den Kleinsttier-Jägern bezeichnen.

Sie springt übrigens mit dem dritten und vierten Beinpaar. Doch nicht dank ihrer Muskelkraft!

Sie kann sie ruckartig zum Sprung ausstrecken, indem sie zusätzliche Körperflüssigkeit in ihre Beine pumpt. Das funktioniert über das sogenannte hydraulsiche Prinzip, das Ihr im Fach Physik kennen lernt.

Das geht einfach ausgedrückt so: Nehmt einen Luftballon. Ohne Luft hängt er noch schlaff herunter. Und wenn Ihr jetzt fest hineinblast, dann schnellt der hängende Teil nach oben.

Die Luft steht hier übrigens für Wasser. Nur dass der Druck und die Geschwindigkeit bei einer Flüssigkeit größer und somit schneller ist.

 

 

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!