Springmeister

Ob ich wieder eine Springspinne entdeckt habe?

Seit einigen Minuten beobachte ich ein Tierchen, dass immer wieder von Blatt zu Blatt springt, genauso meisterlich wie die Zebraspringspinne, der ich gestern begegnet bin. Nur, dass dieses hier etwas massiger scheint, vielleicht hat es ja Beute gemacht… jedenfalls will ich mehr heraus finden.

 

Ich versuch mich mal zu nähern und hoffe, dass Tierchen ist nicht ängstlich. Denn auch, wenn ich nur eine Raupe bin, so gehöre ich ja zu den größten Raupen hier in Europa – ich bin eine erwachsene Raupe und etwa so groß wie der Zeigefinger eines erwachsenen Menschens. Wogegen der Springer hier sogar etwas kleiner ist, als der Fingernagel vom Kleinfinger.

„Hallo Springer, könntest du mal näher zu mir heran kommen?

Ich bin ein Wiesenhelden-Reporter und möchte mehr über dich erfahren.“

 

Ui, wie schnell der nach oben schnellt, also ganz so schnell war die Zebraspringspinne nicht und dabei gehört sie zu den besten

Springern unter den Springspinnen.

 

„Aha, du interessierst dich also für Zikaden?“

„Zikaden? Aber, die die ich kenne sind schmaler und ihre Flügel sehen

nicht aus als würden sie einem Käfer gehören.“

„Ach, wir vom Stamm der Zikaden sind eine sehr vielfältige Gruppe.

Manche sind winzig, gerade mal 2 mm andere wie die Kaiserzikade können

sogar 110 mm lang werden. Einige, die in den Tropen wohnen,

sehen aus wie bunte Schmetterlinge oder Glasflügler, man nennt sie Laternenträger, und wieder andere, als wären sie bunte

Rüsseltiere mit vielfarbigen Buckeln,

man nennt sie Buckelzikaden - die schönsten leben in Brasilien.

Und ich gehöre zu den Käferzikaden.“

 

 

„Ähm, ich kann nur 4 Beine erkennen. wieso und wie schaffst du es so toll springen zu können?“

„Mit den beiden vorderen Beinpaare stehe ich und fang mich auf, nachdem ich gesprungen bin. Das dritte Beinpaar wird von meinen Deckflügeln bedeckt.

Und dank ihm kann ich springen.“

 

Er zeigt mir seine Sprungbeine, aber sie sind nicht viel größer als seine Vorderbeine.

 

„Pumpt dein Körper wie bei den Springspinnen eine Flüssigkeit in die Beine?“

„Nein, Das liegt an meinen dicken Muskeln, die einmal an meinem Rumpf befestigt sind und einmal an den Oberschenkeln meiner Hinterbeine. Wenn ich einfach nur still sitze wie jetzt ist der Muskel sozusagen angespannt. Er ist ganz klein und setzt dadurch einen Teil meines Außen-Skeletts unter Spannung. Auf diese Weise ist die Energie wie in einer Batterie gespeichert, sobald ich den Sperrmechanismus löse, fließt alle Kraft in meine Beine und ich kann schnell und hoch springen.

Allerdings haben unsere Kinder noch keine solch großen Muskeln, dafür jedoch besitzen ihre Beinchen am oberen Ende so etwas wie Zahnräder, die sozusagen wie ein Menschenspielzeug aufgezogen werden können.“

 

„Aber bei den Sprüngen, wie schaffst du es immer

wieder so zielsicher zu landen?“

„Die meisten Insekten, die fliegen können, haben über ihren Augen noch die speziellen Punktaugen, die ihnen helfen Entfernungen abzuschätzen. Meine Gattung hat sich auf das Springen spezialisiert und daher tragen wir unsere Flügel nur noch als Panzer, fliegen ist nicht mehr drin. Dafür liegen unsere Punktaugen nicht über unseren beiden Hauptaugen, sondern darunter und dadurch können wir die Strecke zwischen unserem Körper und dem Boden oder einem Blatt messen.“

 

Ja, wenn man ein Fluginsekt ist, braucht man ein Messgerät, das recht oben am Kopf sitzt, um Entfernungen abschätzen zu können. Aber bei einem Springer, muss es an einer anderen Stelle sitzen...

 

Ihr Menschen macht übrigens etwas ähnliches:

Wenn Ihr geht oder rennt, schaut Euer Gesicht nach vorne, der Kopf sitzt recht gerade. Wenn Ihr springt, legt Ihr den Kopf nach vorne, um besser den Boden unter Euren Füßen sehen zu können.

 

Dank Eurem Gehirn und den Augen,

könnt Ihr so abschätzen, wie weit der Boden weg ist.

 

Also dann bis Morgen!

Und verliert nicht den Boden unter Euren Füßen. 

 

 

Wenn Ihr mehr über Zikaden erfahren wollt,

hier auf dieser Seite findet Ihr tolle Infos und Bilder:

www.zikaden.uni-oldenburg.de/pages/fam11.html 

 

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!