XY-Gelöst

Immer wieder bin heute auf merkwürdige Spinn-Netze gestoßen. Sie sind recht klein und besitzen nur ein Kreuz, das in der Mitte von einem dickeren Spinnwebstrang verbunden ist. Sieht schon sehr merkwürdig aus.

Eine Spinne habe ich auch keine gesehen, der das Netz gehören könnte… ob da jemand, die Spinnen mitten beim Netzspinnen gestört hat? Ist schon sonderbar.

Diese Teile hier sehen aus wie ein X und die Grundstruktur von einem Radnetz ähnelt mehr einem Y. Dann beginnt die Spinne noch weitere Längsfäden von der Mitte her zum Rand hin zu spinnen. Erst danach webt sie die spiralförmigen Fäden, die mit klebrigen Tropen versehen sind.

Oh… da hör ich doch gerade was, klingt irgendwie nach einem Spinnfäden-Webliedchen. Schnell den Tönen hinterher, damit ich endlich heraus finden kann, wer hier webt und was geschehen ist.

 

Wow! Das ist ja eine kleine Raupe, die diese Meisterwerke webt!

 

Zuerst 4 Halterungen, dann im Zentrum der eigentliche Kokon. Was für ein Aufwand, nur um sich zu verpuppen!

 

„Hallo, meine Kleine. Zu welchem Stamm gehörst du denn?“

„Ich gehöre zu den Langhorn-Blattminiermotten. Wenn ich endlich eine Schmetterling bin, dann hab ich wunderschöne riesige Fühler, die so groß sind wie mein ganzer Körper.“

„Ich bin hier öfter unterwegs, habe aber gar keine Raupe deiner Art gesehen. Wie kommt es also, dass ihr hier Eure Kokons baut?“

„Tja, unser Stamm ist da sehr eigen. Wir zeigen uns erst, wenn wir groß und stark sind und uns verpuppen wollen. Wir leben nämlich nicht auf den Blättern und knabern daran. Nein, wir leben in den Blättern. Wir bauen sozusagen Tunnels in den Blättern. Vielleicht ist dir ja aufgefallen, dass einige der Blätter so sonderbare Schlangenlinien aufweisen. Das sind unsere Höhlen gewesen.“

„Ah, ja… genau. Solche Zeichnungen auf den Blättern habe ich öfters gesehen, aber mir nie etwas dabei gedacht. Beziehungsweise ich bin davon ausgegangen, dass dies eine Zeichnung des Blattes wäre, aber nicht, dass darin jemand leben und fressen könnte. Ich glaube, da muss ich das nächste Mal noch genauer schauen und beobachten!“

Der Kokon hängt so sicher im Blatt gespannt, ähnlich wie eine Hängematte von Euch in den Zweigen.

 

Es gibt einige Raupenarten, die solche Minen in Blättern anlegen. Hier sind sie gut geschützt, wie Ihr Menschenkinder, so lange Ihr im Bauch Eurer Mutter seid.

Auch der Nachwuchs von einigen Bläulingsarten - zu denen ja Linus, unser Chefredakteur gehört, leben am Anfang ihres Raupenlebens wie eine Miniermotte im Inneren des Blattes ihrer Lieblingspflanze, fällt mir da ein...

 

 

Auf dieser Seite könnte Ihr Fotos finden, wie eine solche Langhorn-Blattminiermotte nach dem Schlüpfen aus dem Kokon aussieht:

www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Fotouebersicht_Lyonetiidae

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!