Knochenhände

Hier ist es aber eng… sieht aus wie eine Schlucht mit zwei senkrecht aufsteigenden Felsen. Dafür ist es allerdings auch gut geschützt. Bei dem Wind, der da Draußen seit heute Nacht tobt und alle Zweige und Gräser zum Herumwirbeln bringt, ist es hier dagegen windstill… aber, was ist denn das da vorne? Irgendwie ist der Durchgang mit etwas versperrt.

Hm, sieht aus wie zwei Knochenhände mit drei Fingern und einem Daumen. Darüber verläuft ein dicker Spinnfaden… drei und eins macht vier, mal zwei – das sind ja Acht Finger!

Ob ich da ein 8-Bein vor mir habe? Doch irgendwie, irgendwie sieht es so aus, als lägen da unter den Fingern noch zwei weitere…

 

„Hallo, duda… bist du eine Spinne?“

„Gähn, ja ich bin eine Spinne.“

„Wieso hängst du da so merkwürdig an der Wand. Bist du gefangen worden? Wirst du gar von einer anderen Spinne von unten umarmt?“

„Ne-i-n! Ich bin die einzige Spinne hier. Und ich hab mich hier in dieser Höhlenschlucht vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht. Draußen in meiner selbstgesponnenen Trichterhöhle war es einfach zu unsicher geworden. Und damit ich nichts von einem Windstoß, der sich zufällig hierher verirrt, weg geweht werde, habe ich mir ein Sicherheitfaden um den Rücken gelegt. Denn es geht nichts über Sicherheit!“

„Du klingst sehr müde, hast wohl bei dem Sturm nicht all zu gut geschlafen?!“

„Ja, ich bin müde. Aber das liegt daran, dass ich ein Nachtjäger bin, am Tage liege ich meist in meiner Wohnhöhle aus Spinnenseide und schlafe… bzw, döse, ähnlich wie eine Katze. Sie spürt ihre Beute auf, anhand der Härchen in ihrer Nase. Und ich anhand dem Spinnfaden, der vom Netz zu meiner Schlafhöhle reicht. Denn, wenn ich spüre, dass da Beute über mein Netz rennt, dann komm ich raus und versuche sie einzufangen.“

 

„Zu welchem Stamm

gehörst du denn?“

 

„Ich bin eine Fensterspinne und zähle zu den Finsterspinnen. Ich webe in mein Netz Kräuselfäden ein, um meine Beute zu fangen.“

 

„Oh, diese Fäden spinnt auch die Kräuselspinne, der ich am

22. August begegnet bin.

Aber wieso trägst du ausgerechnet den Namen Fensterspinne?“

 

 

„Weil ich gerne in kleinen Zwischenräumen lebe und an den Häusern, in der Nähe von Fenstern finden sich da sehr gute Möglichkeiten für mich.“

 

„Und wieso wirkt es, als ob du noch Beine unter deinen Beinen hättest?“

„Vermutlich, weil ich meine Beine sozusagen zusammen gefaltet habe. Wenn die Menschen ihre Arme anziehen, ist der Ellbogen gebeugt, und darüber knickt das Handgelenk ab. Bei mir ist der obere Teil,

sozusagen wie beim Menschen die Hand jetzt gut zu sehen.

Diesen Teil kann ich ebenfalls knicken, wie bei der Hand sich

die Finger knicken lassen. Allerdings ist dieses Handteil

bei mir so lang wie beim Menschen der ganze Arm.“

 

„Und das ist dann deine Schlafstellung oder wie?“

„Ja, in dieser Position ruhe ich mich aus. Auf diese Weise kann ich mich auch sehr klein machen, so dass ich wirklich in jede Ritze passe… und normalerweise spinne ich diesen Bereich dann schon mit Spinnenseide aus. Denn ich mag's nun mal gerne weich und gemütlich.“

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!