Blume mit acht Beinen

Oh, heute hab ich aber eine süße kleine runde Blüte gesehen – dachte ich, doch beim Näherkommen stellte sich heraus, da sitzt ein 8-Bein. Und seine Vorderbeine sind sehr lang. Der Körper selbst misst vielleicht gerade mal 4 mm. Sie ist also eine der kleineren Spinnen, die mir bis jetzt begegnet sind. Sogar noch ein Stückchen kleiner als die Grüne Kräuselspinne. Natürlich hab ich mich gleich genähert und auf meine übliche Art und Weise um ein Interview gebeten.

 

„Ich gehöre zu den Veränderlichen Krabbenspinnen. Ich bin ein Männchen,

genauer ein Jugendlicher – es dauert noch ein Weilchen bis ich

vollends erwachsen bin, dann häute ich mich ein letztes Mal.“

„Ach, eine Krabbenspinne. Solch einer bin ich im Frühling einmal begegnet, sie war etwas schlecht drauf, weil sie dachte, ich wollte ihr ihre Beute wegnehmen,“

 

„Dann hast du wohl mit deinen Beinen gewunken?“

„Ja. Ich hatte ja zu Anfang nur das Insekt gesehen, sie war so gut getarnt,

dass ich sie erst bemerkt habe, als sie ebenfalls gewunken und mit gedroht hat.

Wenn du noch ein Jungtier bist, wann bist du denn zur Welt gekommen?“

 

„Im letzten Jahr hat mein Vater sein Samenpaket bei meiner Mutter abgegeben, dann hat sie die Eier gelegt und ein schützendes Gespinst darüber gewebt. Danach wurde der Eierkokon in Bodennähe abgelegt. Nach und nach sind meine Geschwister und ich geschlüpft und haben uns im Boden eingegraben, um dort zu überwintern. Tja, und seit dem Frühling ist jeder von uns allein unterwegs und muss schauen, dass er genug Fressbeute bekommt, um überleben zu können.“

 

“Oh, das dürfte ja bei euch kein Problem sein,

bei eurer Fähigkeit sich tarnen zu können.

Wie macht ihr Krabbenspinnen das eigentlich,

euch so toll umfärben zu können,

gemäß der Farbe des Untergrundes.“

„Tja, ich kann mich leider nicht umfärben. Es wäre schön, wenn ich das könnte, damit ich nicht von meinen Fressfeinden, den Vögeln gesehen werde. Dieses Talent haben nur die Weibchen unserer Art und auch erst,

wenn sie erwachsen sind. Ihre Haut trägt einen gelben und einen weißen Farbstoffe in den Zellen. Je nachdem wie viel davon in der Hautoberfläche ist, kann die Farbe geändert werden. Soll die Haut grün oder gelblich werden, dann steigen die gelben Farbstoffe sozusagen auf.

Soll sie mehr weiß sein, dann werden die gelben Pigmente nach

hinten verlagert und diese Hautschicht wird durchsichtig.

Auf diese Weise tritt das Weiß darunter stärker hervor.“

 

„Ah, das muss so ähnlich sein wie bei den Menschen. In ihrer Haut gibt es den Farbstoff Melanin, der bei Sonneneinstrahlung hoch wandert in die oberen Hautschichten und die Haut hellbraun oder gar dunkelbraun macht.“

„Vermutlich, allerdings löst bei uns nicht die Sonne die Farbveränderung aus, sondern es ist die Spinnendame selbst, die ganz bewusst diese

Änderung ihres Äußeren herbei führt.“

„Was mich schon immer interessiert hat, seid ihr mit den Krabben verwandt?“

„Eigentlich nicht. Es ist nur die Art wie wir unsere Vorderbeine nach vorne strecken können, und weil wir oftmals ebenso seitlich laufen wie die Krabben. Nicht nach vorne, wie das die anderen Tiere so tun.

Allerdings haben die Spinnen so wie die anderen Gliederfüßer und

die Krabben einen gemeinsamen Vorfahren gehabt.

Vor vielen Hunderten Millionen von Jahren!“

Plötzlich wendet sich die Spinne und schnappt zu. Sie hat eine Fliege entdeckt. Mir ist es gar nicht aufgefallen, dass da eine herum gekrabbelt oder herum geflogen war.

 

Allerdings ist mir beim Zuschnappen der Spinnenkiefer ein Schauer über den Rücken gelaufen. Diese Spinne ist wahrlich ein guter Jäger.

In dieser Geschwindigkeit hätte ich nicht meine stinkende Nackengabel ausfahren können, um mich zu verteidigen.

 

Einen kurzen Moment später ist die Spinne auch schon unterwegs. Sie bringt sich und ihre Beute in Sicherheit. Denn es könnte ja irgendwo ein Fressfeind lauern oder ein Artgenosse, der ihr die Beute wieder abjagen will… ist irgendwie ganz genauso wie im großen Tierreich über das Ihr Menschen viel besser Bescheid wisst, als über unsere kleine Welt.

 

Also habt gut auf Eure Umgebung acht und passt stets gut auf!

Es gibt ja so viel zu sehen!

Bis Morgen Eure Alby

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!