Achtsamkeit ist so wichtig!

Also irgendwie steckt mir der Schreck noch ganz schön im Körper. Selbst schlafen konnte ich heute Nacht nicht so gut wie sonst. Obwohl ich mir ein schön weiches Bettchen gesucht hatte: Eine Kleeblüte – ach, ihre einzelnen kleinen Blüten sind so weich und stehen dicht an dicht, so richtig zum Hineinkuscheln! Normalerweise hilft mir diese Weichheit alles zu vergessen, was mir Angst gemacht hat.

Aber dieses Mal hat das nicht ausgereicht. Ich bin zwar einer der Wiesenhelden-Reporter, der besonders mutig ist, doch ich bekomme irgendwie das Bild von gestern nicht so ganz aus dem Kopf…

Das Leben eines kleinen Wiesenbewohners ist ja immer irgendwie gefährlich. Wir leben nicht so in einer mit Gesetzen geordneten Welt, wie ihr Menschen, in der wir uns wirklich sicher fühlen können. Ich versuche es Euch mal zu erklären:

Unser Leben ist so, als würdet Ihr in einem Dschungel leben, ganz ohne ein Zimmer mit schützenden Wänden und ohne Bett mit warmer Zudecke. Ihr wärt ganz auf Euch allein gestellt und müsstet selbst nach Futter suchen. Dabei gilt es stets sehr achtsam zu sein, damit man nicht selbst zum Futter wird. Ziemlich ungemütlich mein Ihr, was?

Ja, manchmal geht es uns Tierchen da genauso, andererseits ist es auch schön so frei zu leben. Die Pflanzen zu spüren und Mutter Natur zu helfen, egal wie gefährlich es auch werden kann. Denn ohne unser Hilfe könnten die meisten Pflanzen keine Samen oder Früchte hervor bringen, ohne uns Wiesenhelden würden die stärkeren, teils egoistischen Pflanzen die schwächeren unterdrücken und so in ihrem Wachstum hemmen, dass sie ein gehen würden. Die wunderschöne Vielfalt ginge dabei verloren.

Zudem sind viele von uns Nahrung für Vögel, Fledermäuse und Igel. Ohne uns könntet Ihr Menschen nicht mal auf der Erde leben, sie wäre viel zu unwirtlich. Und dafür lohnt sich doch jedes Risiko, dass wir kleinen Tierchen auf uns nehmen.

Nunja, nur in den letzten Wochen habe ich da etwas gefährlicher gelebt, ich wollte ja schließlich die Spinnen näher kennen lernen und diese zählen nun mal zu den gefährlichsten und zugleich faszinierendsten Jägern im Wiesenreich. Auch ihre Arbeit ist wichtig. Denn nur im Zusammenspiel von dem, was Ihr Menschen Gut und Böse nennt, kommt es zum eigentlichen Wachstum und einem guten Miteinander in der Natur.

Aber manchmal ist es so, dass man auch gar nicht merkt, dass man ein Risiko eingeht. Da ist die Neugier und der Wunsch etwas Ungewöhnliches zu erreichen so groß, dass man nicht mehr aufpasst. Denn manchmal reicht schon ein Moment aus, der alles verändern kann.

 

Als die Krabbenspinne gestern so urplötzlich und schnell die Fliege gefangen hat, ist mir klar geworden, dass ich mich zwar ganz gut verteidigen kann, aber ich wohl meine Kräfte überschätzt habe. Denn wäre ich an der Stelle der Fliege gewesen, hätte mir das alles nichts genutzt. Daher habe ich mich entschlossen noch achtsamer zu sein. Und immer gut auf meine innere Stimme zu hören. Sie weiß nämlich so vieles – das ist so ähnlich wie Ihr Menschenkinder und die Erwachsenen unter Euch: Die Großen passen auf die Kleinen auf.

 

Jedenfalls werde ich den Tag heute nur mal genießen und erst Morgen wieder auf Tour gehen. Die wunderbaren Düfte, die vielen Farben… die Wärme der Sonne.

 

Ihr solltet, das auch so oft wie möglich tun! Denn es gibt nichts wohltuenderes, als zur Ruhe zu kommen und die Schönheit der Natur zu genießen... im Gras herum tollen... im Sand zu wühlen, einfach nur aus Spaß an der Freude!

Also dann bis Morgen!

Eure Alby 

 

Übrigens: Viele Tierchen übernachten in Blüten. Sie sind weich, duften gut und bieten Schutz vor  Kälte - und je nach Blüte auch Schutz vor Fressfeinden!

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!