Achtung Verwechslungsgefahr!

Ach ja, es regnet mal wieder! Und so hat sich Linus unter dichtem Laub verkrochen und ich springe für ihn ein. Für mich ist dieses Wetter natürlich herrlich!

Dieses sanfte Prasseln der Regentropfen, die feuchte Luft, die unglaublich viele Gerüche in sich verbirgt. Klar, Starkregen wäre auch nichts für mich, da krieche ich auch nur unter Büschen herum… Ich bin gespannt, wem ich heute so auf die Spur kommen werde… oho, da ist ja eine schöne frische Schleimspur… da muss ich gleich hinterher.

 

So, endlich geschafft. Da vor mir kriecht eine rote Schnecke… sie hat kein Gehäuse wie ich. Aber dennoch ist sie eine Lungenschnecke wie ich – denn sie lebt ja an Land!

 

„Wer ich bin, willst du wissen?

Nun, ich bin Karl Kriechstark – eine der wenigen

Roten Wegschnecken, die es hier noch gibt.“

„Wenige? Aber ich hab schon öfter diesen Sommer eine rotbraune gesehen,

etwas kleiner als du zwar und keine so schön schwarz umrahmten Fühler,

doch sie sind auch Nacktschnecken.“

„Bitte… verwechsel du mich als Schneckenreporter doch nicht wie

diese Menschen mit der gewöhnlichen Spanischen Wegschnecke.

Ja, von denen gibt es etliche!

Und es nervt mich tierisch, dass man mich ständig mit ihr verwechselt.

Ich bin nicht so gierig wie die. Und vor allem viel schöner, viel grazieller.“

„Ja, irgendwie… stimmt, du bist viel schöner, geradezu königlich!“

„Und ich liebe die Nacht, aber bei dem Wetter krieche ich auch mal am Tage herum. Allerdings eher im Wald oder in der Nähe. Denn dort werden

wir nicht von diesen Spanischen Einwanderern bedrängt.“

 

„Tragt ihr eigentlich immer Rot?“

„Oh nein, einige aus unserem Stamm sind orange,

andere sogar schwarz wie die Nacht.“

 

„Was euer Beitrag als Helfer von Mutter Erde?“

„Klar, wir fressen auch mal Grünzeug, vor allem wenn irgendwo zuviel von einer Art steht. Denn wir sind als Artenvielfalt-Erhalter von Mutter Natur eingestellt worden. Zusätzlich kümmern wir uns darum, dass nicht Aas liegen bleibt, das den Boden verseuchen könnte. Und da die Insekten immer weniger werden, sind da auch die aasfressende Käfer weniger geworden, umso wichtiger sind wir heute! Außerdem sorgen wir dafür, dass nicht zu viele Fliegen den Menschen auf die Nerven gehen können. Denn wo kein Aas herum liegt, können auch keine von denen hunderte

von Eier ablegen, schlüpfen und sich zum Flieger entwickeln.

Obwohl ich gestehen muss, Fliegeneier zu knabbern,

ist etwas was meinem Gaumen sehr gut schmeckt!“

 

Übrigens: In einigen Gebieten Deutschlands ist die Rote Wegschnecke so selten, dass sie auf der Roten Liste, der zu schützenden Arten steht!

Das große Loch auf der rechten Seite hinter dem Kopf ist übrigens ihr Atemloch. Es befindet sich in ihrem sogenannten Mantelschild.

 

Und: Eine Schnecke kann selbst entscheiden, ob sie Weiblich oder Männlich sein will - denn im Grunde sind wir Zwitter, also wir sind sowohl weiblich als auch männlich!

So ist Karl hier eben ein "Männchen" und ich, gefühlt: ein "Weibchen" 

 

Wenn Ihr mehr über den Körper dieser Tierchen wissen wollt, dann schaut mal hier: www.weichtiere.at/Schnecken/land.html?/Schnecken/land/arionidae.html

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!