Die Senföl-Bombe

Welche Schönheiten sehe ich da unter mir aus der Erde wachsen… hm, und welch einen herrlichen Duft diese Blüten verströmen, da muss ich mich doch gleich mal darauf nieder lassen und kosten.

Hm, ja echt lecker… schmatz… so etwas von süß mit einer leicht heben, prickelnden Note.

 

„Na, dir schmeckt ja mein Nektar sehr gut.“

„Oh ja, wirklich sehr schmackhaft. Von der Blüte her betrachtet stehen deine Blütenblätter über kreuz, daher vermute ich mal gehörst du zur Familie der Kreuzblütler. Doch welchem Pflanzenstamm gehörst du denn an?“

„Ich bin eine blühende Rettichpflanze.“

„Aha und was ist das besondere an eurem Stamm?“

„Nun, wir Kreuzblütler und vor allem wir Rettiche, Radieschen und Senfkräutler sind so etwas wie die Chemiker unter den Pflanzen. In unseren Zellen stellen wir eine Art Senfölbombe her.

Mit ihrer Hilfe schützen wir uns vor Raupen,

die nicht genug von unseren Blättern bekommen können.“

 

„Das klingt aber mal spannend! Erzähle mir bitte mehr darüber!“

„Also unsere Zellen stellen bis zu 120 verschiedene Senföle her. Es sind schwefelhaltige Zellbestandteile, die wir gesondert lagern – genauso wie bestimmte Enzyme (Senfaufspalter = Myrosinasen). Jedes Senföl und jedes Enzym hat sozusagen seinen eigenen Vorratsschrank und wenn diese beiden Grundverschiedene Stoffe dann zusammen kommen - also, wenn eine Raupe die Zellen, unsere beiden Vorratsschränke, aufknabbern, dann knallt es. Aber natürlich nicht wie ein hörbarer Menschen-Knaller oder Silvesterrakete. Nein, die beiden Stoffe reagieren zusammen und erzeugen zwei neue Stoffarten. Das eine ist Glucose, also ein Zuckerstoff, und das andere sind für Raupen giftige Substanzen – daher meine Wortwahl: Bombe. Denn sie wirken sich auf diese Tierchen sehr zerstörerisch aus. Falls diese also dennoch weiter fressen können sie sterben. Nunja, zumindest einige von ihnen. Es gibt allerdings auch welche, die das Gift nicht tötet sondern, die sogar das Gift ihrerseits nutzen und in ihrem Körper einlagern, um sich gegen ihre

Fressfeinde zur Wehr setzen zu können.“

 

„Ach, welche Stämme denn?“

„Nun, da gibt es die Raupen aus der Familie der Bären, die sogar das Jakobskreuzkraut fressen können. Oder auch die Kohlmotte. Ihr Stamm hat in seinem Inneren genau wie wir eine Art Chemiker. Sie stellen einen Stoff her, der unser Gift abermals in mehrer Teile aufspalten kann –

in Stoffe, die nicht mehr giftig sind!“

 

Tja, aber Ihr Menschen habt Euch die Öle von einigen Pflanzen zu nutze gemacht. Und Senf ist bei Euch sehr beliebt. Ihr nutzt es um Speisen zu verfeinern und außerdem helfen Euch die Öle darin bei Eurer Verdauung!

Da sieht man schon mal wie groß die Unterschiede zwischen unseren beiden Arten sind. Die Verdauung von uns Insekten funktioniert schon sehr viel anders als bei Euch Menschen. Wir haben zwar keine Leber oder Bauchspeicheldrüse, dennoch tragen auch wir in unserem Bauch ein Drüse, die uns bei de Verdauung hilft. 

Was wir aber gemeinsam haben ist: Damit pflanzliche Nahrung überhaupt verwertet werden kann, haben wir Gliederfüßer in unserem Darmschlauch ebenfalls Bakterien, die diese Arbeit erledigen. Genauso wie bei Euch im Darm.

 

 

Doch oho, da oben im Himmel braucht sich wieder etwas zusammen. Ich glaube ich suche mir erst mal einen sicheren Unterschlupf. Bis dann!

 

Wenn Ihr mehr über diese Senföl-Bombe wissen wollt, hier auf diesem Link erfahrt Ihr mehr: www.scinexx.de/dossier-detail-208-7.html 

 

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