Doppelkopf

Trotz des schönen warmen Wetters am Nachmittag hab ich gestern kaum Flieger gesehen. Dafür habe ich heute mehr Glück gehabt. Ich flattere so über die Blumen dahin, da sehe ich plötzlich einen schwarz-gelben Kopf, der aussieht als besäße er den Schnabel eines Vogels. Zuerst bin ich erschrocken und hab mich unter einer Blüte versteckt.

Schließlich geht Sicherheit immer vor! Und das Leben eines Wiesenhelden ist ja auch stets voller Gefahren, denen man nicht einfach leichtfertig begegnen sollte.

Als ich nochmals hingeschaut habe, wurde mir klar, dass dies kein Vogel sein kann – viel zu klein. So hab ich mich dann vorsichtig genähert und dem Vogelkopf einen schönen guten Tag gewünscht.

 

„Du spricht da mit meinem Hinterteil, ist dir das klar?“

In dem Moment drehte sich der Vogelkopf weg und der Körper einen kleinen Wespe kam zum Vorschein.


„Oha gute Tarnung. Wenn ich ein Fressfeind gewesen wäre, hättest du mich wohl direkt mit deinem Stachel gepickst.“

„Ja, so ist das gedacht. Während ich Nektar schlürfe und die Blüte bestäube, kann ganz unerwartet ein Fressfeind auftauchen und da musste sich die Natur schon was einfallen lassen. Allerdings hab ich nur einen kleinen Stachel und kann mich daher eher gegen größere Insekten verteidigen. Bei Vögeln oder Menschen hätte das Stechen keine große Wirkung.“

„Du bist zwar eine Wespe, aber deine Form ist schon sehr ungewöhnlich.“

„Das liegt daran, dass ich eine Gekrönte Töpferwespe bin. Dank meiner Form bin ich außerordentlich beweglich. Und das ist schon wichtig, wenn ich aus Ton ein Nest für meinen Nachwuchs bauen will. Denn der Topf ist recht klein, muss aber schön rund sein mit einem tollen Hals. Wenn ich am Bauen bin, mache ich daher ziemliche Verrenkungen.“

„Dann vermute ich mal, dass du nicht in einem Staat lebst.“

„Genau, ich bin sozusagen eine allein erziehende Mama. Ich muss mich um alles kümmern. Zuerst guten Lehm finden, diesen anschleppen und das Häuschen bauen. Anschließend muss ich proteinreiche Nahrung finden, wie kleine Raupen oder Insekten. Und dazwischen Stärke ich mich an den Blüten und helfe dabei den Pflanzen, dass sie Samen und Früchte ausbilden können.“

 

Wenn Ihr mehr über die Arbeiten einer Tonwespe erfahren wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei:

www.kerstin-stoll.net/resource/uploads/T%C3%B6pferwespe.pdf

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biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

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