Bärenstark

Der Russische Bär sitzt auf dem Wasserdost
Der Russische Bär sitzt auf dem Wasserdost

Ui, was sehen meine Augen da… dieser dunkle Baumstamm ist ja von einer merkwürdigen Flechtenart besetzt. Sieht aus wie Wurzelstränge, die sich… huch, da hat sich ja was bewegt, und – der Wahnsinn, da flattern ein paar davon auf.

Das, das sind ja Schmetterlinge. Sie haben dicht an dicht am Baumstamm gesessen und durch ihre Zeichnung auf dem Rücken hat es ausgesehen aus der Ferne wie ein Wurzelgeflecht. Und jetzt da sie flattern kann ich sogar ein Stück Rot erkennen, das müssen die Signal-Unterflügel sein mit denen manche Schmetterlingsarten ihre Fressfeinde erschrecken – für den Fall, dass sie entdeckt werden.

Ah, da setzt sich gerade ein einzelner auf eine Blüte, den werde ich jetzt interviewen:

„Ich gehöre zur Familie der Bärenspinner. Mein Stamm nennt sich Russischer Bär und ich zähle zu den Nachtfaltern.“

„Echt? Und dann bist du über Tag auch unterwegs?“

„Das ist für mich kein Problem, ich nehm das nicht so genau. Notfalls zeige ich meine roten Flügel und der Vogel haut wieder ab. Denn er weiß, rote Beute ist schlechte Beute, die ihn vergiften kann.“

 

 

Unter den Deckflügeln befinden sich, teils eingerollt, die roten Warnflügel
Unter den Deckflügeln befinden sich, teils eingerollt, die roten Warnflügel

„Bist du denn giftig,

oder tut du nur so?“

 

„Also einige Bärenspinner sind durchaus giftig. Denn sie nehmen als Raupe das Gift ihrer Futterpflanze auf. So wie der Jakobskrautbär, der als schwarz-gelb gestreifte Raupe auf der Pflanze lebt.“

 

„Von dieser Pflanze hab ich schon gehört. So man ein Wirbeltier

hat sich daran schon vergiftet und ist gestorben.“

 

„Du hast aber einen dicken stabilen Saugrüssel. Der ist besser als meiner.“

„Ja, damit kann ich auch sehr gut den Nektar aus Blüten schlürfen,

die recht tief und schmal sind.“

 

„Wie oft hast du dieses Jahr schon Nachwuchs bekommen?“

„Wir vom Stamm der Bärenspinner haben nur einmal pro Jahr Kinder.

Im August wurden die Eier abgelegt und die dürften im Moment gerade schlüpfen oder schon geschlüpft sein. Dann überwintern sie und

beginnen mit dem Fressen wieder im Frühjahr, wenn es warm wird.

Meist verpuppen sich die Raupen dann so im Juni, in einem

schönen weißgrauen Gespinst auf dem Erdboden.“

 

„Und was ist deine absolute Lieblingsblüte?“

„Natürlich diese hier, den Wasserdost liebe ich über alle Maßen, du musst mal probieren. Der Nektar ist so was von fantastisch lecker!“

 

O ja, dann hat das Bärchen recht. Dann werd ich mir auch so richtig schön den Bauch voll schlagen! Euer Linus!

 

Auf dieser Seite findet Ihr tolle Fotos von dem Jakobskrautbär als Raupe und Schmetterling: www.schmetterling-raupe.de/art/jacobaeae.htm

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