Alles Kugel oder was?

Bereits gestern Abend konnte ich wieder los kriechen. Zwar war gestern ein schöner Sonnentag für den Schmetterlings-Reporter Linus, doch bei nassem Wetter wie im Moment bin ich die Schnecke Marina dran.

Vor allem dieser leichte Regen mit den kleinen Tropfen – Ihr Menschen nennt ihn Nieselregen – stellt für uns Weichtiere das ideale Wanderwetter dar. Und wir Schnecken sind emsige Wanderer. Wir legen in einer Nacht gut und gern mal 30 Meter zurück. Wenn Ihr das größenmäßig umrechnet, ist das so als würdet ihr so zwischen 4 und 5 Kilometer weit gehen – gar nicht so übel was?

Am Schnellsten ist eine ausgewachsene Weinbergschnecke unterwegs, aber sie ist auch gut und gern zwei- bis dreimal so groß wie mein Stamm der Bänderschnecken.

Zwischen den Wanderungen legen wir immer mal wieder eine große Fresspause ein und genießen unsere Mahlzeit in vollen Zügen. Stück für Stück raspeln wir mit unserer Zunge in der Art von Schleifpapier unser Essen ab.

Ich persönlich schaue mich als neugieriger Wiesenhelden-Reporter immer mal um, denn es gibt ja stets etwas tolles und wichtiges aus unserem Reich zu berichten. Für mich stellt Wasser den Quell des Lebens überhaupt dar und so ist es für natürlich ein großes Vergnügen auch zu beobachten wie die kleinen Regentropfen auf die Blätter fallen, zusammen laufen und sich am Ende zu einer wunderschönen, glänzenden Kugel verbinden. Die Oberflächenspannung des Wassers sorgt dafür, dass sich die einzelnen Kleinst-Teile (Atome und Moleküle) auf möglichst kleinem Raum zusammen halten. Im Grunde es ist so ähnlich, was die Kraftwirkung betrifft, als wenn Ihr Menschen Euch an den Händen haltet und einen Kreis bildet. Und egal, wie Ihr Euch bewegt, oder jemand von Außen Euch anstupst, Ihr bleibt in dieser runden Verbindung, die eben dann mal wie ein Oval oder ein Kreis mit Dellen aussieht.

Die Wasserkugel verformt sich auch entsprechend. Dank unseres Schneckenschleims, der ja ebenfalls aus Wasser besteht könnten wir Schnecken mit diesen kleinen Wassertropfen sogar spielen – so wie Ihr einen Wasserball über die Oberfläche im Wasser vom Schwimmbad rollen oder schieben könnt… doch ui, Moment – hier ist ja was los.

 

Trotz des Regens schwirrt da jemand durch die Luft und es ist kein Vogel! Dieser Jemand ist viel kleiner. Und wow, er bewegt seine Flügel so schnell, dass er im Grunde die Regentropfen wie kleine Bälle behandelt.. aber so ein Flieger hat doch gar keinen Schneckenschleim – hm, da muss ich mal hinterher und nachfragen.

 

So – endlich geschafft, der Flieger hat unter einem Blätterdach eine kleine Pause eingelegt und kann mir nun einige Fragen beantworten.

 

„Durch die schnellen Bewegungen meiner Flügel versetze ich die Luft

in Schwingungen. Es ist, als würde ich einen Mini-Sturm verursachen,

der genügend Kraft hat, um Regentropfen aus ihrer Flugbahn abzulenken. Die Luft verhält sich dabei, wie eine Menschenhand beim Spiel: Volleyball. Der Ball prallt gegen die offene Handfläche und Fingerspitzen und

wird so in eine andere Richtung befördert. Auf diese Weise

erschaffe ich einen kleinen Raum, in dem ich trotz des Regens

trocken bleibe und somit als Schmetterling herum fliegen kann,

um den Nektar aus den Blüten zu saugen.“

„Wow – du bist ein Schmetterling?!“

„Ja, ich gehöre zur großen Familie der Schwärmer. Mein Stamm nennt sich Taubenschwänzchen, weil unser Hinterteil so gefiedert aussieht wie das Hinterteil einer Taube. Aber jetzt muss ich wieder los. Durch das Wetter und das schnelle Fliegen verbrauche ich sehr viel Energie und den muss ich nur schnelles Nektarschlürfen wieder rein holen.“

„Ach, und wie viele Blüten trinkst du so leer?“

„So etwa 20 Blüten in der Minute… also tschüß!“

 

Schon wieder ab und verschwunden. Ist ja schon der Wahnsinn! Da ist doch tatsächlich bei dem Wetter ein Schmetterling unterwegs – und wieviele Blüten der so leer trinken kann in einer Minute. Wie viele halb gefühlte kleine Gläser Wasser könntet Ihr denn so in einer Minute leeren?

Na, dann - ich wünsche Euch noch einen glitzernden Wasserkugel-Spieletag. Denn Regen erscheint ganz anders, wenn Ihr ihn mal von meinem Blickwinkel aus betrachtet, anstatt Euch über das graue, nasse Wetter aufzuregen. Schließlich seid Ihr ja keine einfach Schmetterlinge, denen Regen nicht gut tut.

 

Wenn Ihr mehr über den Stamm der Taubenschwänzchen wissen wollt, dann klickt mal auf diesen Link: www.khs-grevenbroich.de/taubenschwaenzchen.htm

 

 

 

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