Sandgräber

Für die nächsten Tage bin ich die Schnecke Marina unterwegs. Linus ist es eindeutig zu kühl, teils zu windig und regnerisch. Die Insekten ohne Schuppen auf den Flügeln – also die keine Schmetterlinge sind – haben da weniger Probleme. Sie nützen jede Minute, wenn die Wolkendecke aufbricht und die Sonne kurz heraus kommt, um nochmal nach Futter zu suchen oder die letzten Vorbereitungen für ihren Nachwuchs zu treffen.

Heute hab ich einige Löcher in der Erde gefunden, an einem sandigen Hang. Zuerst bin ich vorsichtig näher heran gekrochen, um nachzuschauen, ob da vielleicht ein Regenwurm unterwegs ist… den Vibrationen nach, die mein Körper spürte, war da auf jeden Fall ein Tierchen drin, das mit Graben beschäftigt ist. Also hab ich mich daneben gesetzt und gewartet… und, was glaubt Ihr, wer da nach einigen Minuten heraus kam?

Nein, es war nicht Balduin Rotschleif oder einer der anderen Regenwürmer. Nicht einmal ein Weichtier! 

Es war ein Flieger, genauer gesagt eine Seidenbiene – so hat sie sich zumindest vorgestellt. Und sie hat mir gleich gezeigt, dass sie sehr gut graben kann, auch wenn sie kein Wurm oder eine Grille ist.

 

Und natürlich hat sie mir einiges über ihren Stamm erzählt:

 

„Ach, das war schon ein recht verregneter Sommer. Eigentlich wären wir ja mit dem Nestbau schon im August fertig geworden, aber das ließ sich einfach nicht machen. Aber bald sind meine Freundinnen und ich fertig, dann können wir in unseren wohlverdienten Lebensabend hinein starten.“

„Wie sieht denn so eine Höhlenwohnung für den Nachwuchs aus?“

„Nun, eine jede von uns produziert mit ihrem Hinterteil eine seidenartige Substanz, die wunderschön glänzt. Damit tapezieren wir die Wände.

Hierfür nehmen wir auch unsere Zunge zu Hilfe, damit wirklich alles

exakt ausgearbeitet ist. Das ist sehr wichtig, damit keine gefährlichen

Pilze oder Bakterien ins Nest gelangen können und  

somit die Larven gesund bleiben.“

„Und welches Futter schleppt ihr so an? Proteinreiche Nahrung wie die Wespen?“

„Nein, wir bringen mit Nektar getränkte Pollen mit. Am liebsten fressen die kleinen diese von den Korbblütlern wie zum Beispiel vom Rainfarn oder der Schafgarbe.“

„Aber wie macht ihr das? Ich sehe gar keine Taschen,

in die ihr diese Art von Futter transportieren könnt.“

„Dafür haben wir spezielle Hafthaare an unseren Hinterbeinen. Wie eine Art Haarbürste, in die sich gut Pollen festmachen lässt. Dazu kommen weiter oben noch eine Art kleine Haftkörbchen aus Haaren.“

 

Und wie bei allen Tierchen auf der Welt, hat auch der Stamm der Seidenbiene so etwas wie einen Gegenspieler. Denn damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt und keiner der Stämme zu mächtig wird, hat jedes Tierchen so seinen Fressfeind.

Und es muss nicht unbedingt eine Wespe oder Hornisse sein!

Bei der Seidenbiene sind es die Kuckucksbienen aus dem Stamm der Filzbienen. Diese sind etwas kleiner und wirken auf den ersten Blick wie Wespen, habe aber sehr markante braune, große Augen, die wie Edelsteine aussehen!

 

Wenn Ihr mehr über diesen Bienenstamm wissen wollt, dann schaut mal hier vorbei. Hier findet Ihr Fotos und Infos: www.wildbienen.de/eb-evari.htm

 

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!