Einfach vorbildlich!

Auch wenn ich als Schnecke diese graue, feuchte Wetterlage mag, so gefallen mir doch auch sehr gut die bunten Farbtupfer in einer Wiese.

Seit einigen Wochen kann ich schon viele gelbe Blüten bewundern – etwa halb so groß wie die von Löwenzahn. Doch ihre Halme ragen hoch in den Himmel, teils bis zu 30 cm.

Doch langsam werden es immer weniger… Zeit für mich diese Pflanzen auch mal zu befragen.

 

„Wir gehören zu den Habichtskräutern. Hier in Deutschland sind es knapp 180 verschiedene Stämme. Einige von ihnen können sogar über einen Meter hoch werden. Mein Stamm zählt zum glatten Habichtskraut. Und wir alle sind Zungenblütler – je nach Art enthalten unsere Blütenkörbchen 6 bis 150 solcher langzogenen Blütenblätter.“

„Wahnsinn! Das sind ja sehr viele! Wie kommt ihr eigentlich zu eurem Namen?

Ich hätte Euch da doch eher Sonnenkräutler genannt, weil ihr so schön gelb leuchtet und euer Anblick in meinem Bauch die Kraft einer Sonne erzeugt.“

 

Es gibt auch Habichtkräuter mit orangner Farbe!
Es gibt auch Habichtkräuter mit orangner Farbe!

„Tja, das liegt an den einzelnen Zungenblüten, sie sollen den Flügeln von einem Habicht ähneln. Laut einer alten Legende sollen diese Jäger mit unserem Milchsaft ihre Augen bestrichen haben, um schärfler sehen zu können.“

 

 

 

„Dann habt ihr wohl bestimmt auch Heilkräfte?“

„Je nach Stamm sind die verschieden. Doch im großen und ganzen hilft der Teeaufguß bei Entzündungen im Mund und Rachen, fördert die Verdauung und soll sich stärkend auf die Sehkraft auswirken.“

 

„Wie pflanzt ihr euch fort?“

„Nun, wir freuen uns über Insektenbestäuber, brauchen sie aber nicht unbedingt. Im Grunde können wir uns sozusagen klonen. Die Samen haben eine Art Federbüschel, damit können sie gut vom Wind verteilt werden, dank der niedrigen Sinkgeschwindigkeit der Samenbüschel bis zu 10 km. Manche landen auch auf Tieren oder auf dem Wasser und lassen sich so zu neuen, teils sehr weit entfernten Ufern treiben.“

 

„Du bist also nicht auf Insekten angewiesen. Doch wie ist es umgekehrt?“

„Meine Wurzeln bieten einen Lebensraum für einige Raupenarten von Kleinschmetterlingen. Dazu biete ich Nektar für die Flieger an.“

 

Na, so was - eine Pflanze, die nur wächst, um für andere da zu sein. So etwas nenne ich mal ein tolles Vorbild!

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!