So, was von winzig!

Ach, ich liebe ja dieses feuchte Wetter… da schleimert es sich immer so gut und ich kann umher kriechen, als wäre ich ein Menschenauto, das auf einer Autobahn unterwegs ist. Zumindest für Schneckenbegriffe bin ich dann sehr schnell.

 

Irgendwann vor sehr, sehr langer Zeit haben sich meine Vorfahren entschlossen das Wasser zu verlassen und an Land zu gehen. So hat sich unser Stamm geteilt, in Landlungenschnecken und in Wasserschnecken. Doch da wir ohne Wasser nicht klar kommen, mussten sich diese etwas einfallen lassen. Also haben sie sich entschlossen sozusagen das Meer mit sich zu nehmen – seither produzieren wir soviel Schleim, dass es sich beinah so anfühlt, als wären wir wieder im Wasser.

 

Zur Zeit bin ich unterm dichten Blätterdach von kleinen Pflanzen unterwegs. Mal sehen, wer sich hier so herum treibt und wen ich interviewen kann.

 

Na, so was… dieser kleine Berg da sieht ja aus wie ein Komposthügel aus winzigen Kotschlangen. Da hat es aber jemand gut mit der Pflanze gemeint. Die wird bald sehr gut wachsen und gedeihen können. Ja, so was.. da bewegt sich ja ein glitzernder Punkt… das muss ich mir näher anschauen.

 

Aha, das ist ja eine Schnecke! Echt Wahnsinn, sie ist so winzig, dass das abgebrochene Wurzelhaar daneben aussieht, als krieche die Schnecke über einen dicken Ast. 

 

In Euren Menschenmaßstäben übersetzt: knapp 1 Millimeter! - Ich glaub, diese Schnecke überseht Ihr bestimmt. Es sei denn, Ihr sucht gezielt mit einer guten Lupe.

Sie sind sogar kleiner, als meine Kinder, wenn diese aus ihren Eiern schlüpfen.

 

„Tja, ich gehöre dem kleinsten Schneckenstamm an: Den Punktschnecken. Die Überfamilie zu der wir zählen sind die Schüsselschnecken. Denn unser Gehäuse ist recht flach. Damit lässt es sich auch gut in Erdritzen sich verkriechen oder in unserem Kot. Auf diese Weise verschmelzen wir fast mit dem Boden und werden sozusagen unsichtbar.“

„Was fresst ihr gerne?“

„Wir nagen am liebsten an möglichst altem Pflanzenmaterial,

das nicht zu hart ist oder von Algen und Pilzen.“

 

Oh ja, Algen mögen wir Bänderschnecken auch. Und die wachsen natürlich bei diesem tollen Wetter sehr gut – ein reich gedeckter Tisch entsteht so für unsereins. Und daraus stellen wir guten Dünger für die Pflanzen her. Genauso wie es Regenwürmer tun, nur eben nicht unterirdisch, sondern über dem Erdboden.

Also, wenn Ihr nochmal eine Schnecke seht, dann denkt auch daran, was eine Schnecke so alles Gutes leistet!

Eure Marina Lauffein

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!