Schneckenvertreiber

Vor zwei Tagen bin ich über eine Wiese geflattert, die voller Hornklee waren. Es sind echt leckere Blüten. Und vor allem für uns Hauhechel-Bläulinge stellen sie eine wichtige Futterquelle dar.

Unsere Weibchen legen die Eier an den noch grünen Pflanzen ab, damit die Kleinen was zu fressen haben, wenn sie sich im ersten Raupenstadium befinden.

Daher hab ich mich entschlossen diese Wiese heute nochmal anzufliegen und diese Pflanze zu interviewen, nachdem ich mich gut gestärkt habe… hm, leckerer Nektar – auch, wenn ich meinen Rüssel etwas verbiegen muss, um ran zu kommen.

 

„Welchen Zuckergehalt hat der Nektar deinen Blüten eigentlich?“

„Der Zuckergehalt beträgt knapp 40 Prozent. Und täglich kann jede

meiner Blüten 0,08 Milligramm Zucker produzieren.“

„Nicht schlecht: Wenn ich 10 gefüllte Becher hätte,

wären 4 davon mit Zucker gefüllt.“

 

Kein Wunder, dass der Nektar so gut schmeckt, schleck!

 

„Welche Bedeutung hast du eigentlich für den Erdboden?“

„Nun, meine Wurzeln wachsen recht tief, knapp einen Meter...“

„Wow, dabei sind deine Grünteile nur einen Teil davon hoch. Somit

befindet sich der größte Teil deines Körpers im Boden.“

„Und das ist wichtig! Auf diese Weise kann ich den Boden etwas auflockern und bringe sogar Stickstoff in die Erde hinein – sozusagen einen Wachstumsstoff für andere Grünlinge.“

 

„Dann bräuchten die Menschen ja gar nicht so viel von dem Stickstoffdünger auf die Äcker zu werfen, wenn Pflanzen wie du dort dazwischen wachsen würden.“

„Das stimmt. Nur leider haben die Menschen so ihre Ticks. Sie wollen immer alles einheitlich haben und schön sorgsam alles voneiander getrennt. Artenvielfalt macht ihnen womöglich Angst… oder so.“

„Hast du sonst noch eine Supereigenschaft?“

„Nun, dort wo wir Hornkleepflanzen wachsen,

vertreiben wir im Grunde alle Schnecken.“

„Wie denn, was denn? Wie geht denn das?

Ihr habt doch gar keine Beine oder Arme!“

„Unsere Blätter enthalten leichte Blausäure-Verbindungen.

Diese Menge darin können alle Säugetiere zwar ohne Probleme fressen, nur nicht die Schnecken. Wenn sie es dennoch tun, dann bedeutet

es für sie das Todesurteil.“

 

„Ui, das muss ich Marina unbedingt erzählen, damit sie oder ihre Freunde

nicht auf die Idee kommen von diesem Grünzeug zu naschen.

Also bis dann, und blüh noch fleißig!

„Das werde ich tun. Ich weiß doch wie sehr die Bienen und Ihr anderen Flieger diesen kostbaren Nektar braucht.“

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!