Die Zauberer unter den Wespen

Heute ist das Wetter nicht ganz so gut. Daher fliege ich nur am Wiesenrand umher… geschützt vom Blätterdach.

Ach, dieser schöne Eichbaum hier. Noch sind nicht alle Grün-Pigmente seines Chlorophylls in den Blättern zerfallen. Daher hat er noch viele grüne Blätter. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bist nur noch die gelben, orangenen und roten Farbstoffe übrig bleiben – und der Baum in seinem wunderbar bunten Herbstlaub steht.

 

Ui, was sind denn das für merkwürdige Früchte an der Unterseite der Blätter. Eicheln sind das mal keine. Diese Früchte kenne ich schon und die wachsen nicht an dieser Stelle. Sie sehen auch anders aus und sitzen in einer Art halbrunden Schale, die an den Enden der Äste fest verwachsen ist.

 

„Hallo, ist das vielleicht eine Art Wohnsiedlung?“

„Ja, du hast es erfasst. Wir sind die Larven von Eichen-Gallwespen.“

„Wie habt ihr diese tollen runden Wohneinheiten bauen können? Sie sind nicht aus Lehm wie bei anderen Wespenarten.“

„Tja, wir sind eben kleine Zauberer.“

„Zauberer, wie darf ich das verstehen?“

„Nunja, wir Wespen haben die Fähigkeit in das Blatt einer Pflanze einen Stoff einzuspritzen, wodurch wir dann in der Lage sind den Bauplan einer Pflanze nach unseren Wünschen umzuformen.“

„Das heißt, diese Kugeln sind aus dem Blatt heraus gewachsen?“

„Ganz genau! Dank unseres Eingreifens“

 

„Aber die Dinger fühlen sich recht hart an, ist das nicht ungemütlich?“

„Im Inneren sind die Kugeln schön weich und die harte Hülle

schützt uns natürlich vor Fressfeinden.“

 

Die Kugeln sind nicht gerade groß. Dann seid ihr

wohl auch keine besonderes großen Wespen.“

„Je nach stamm werden wir 1 bis 3 Millimeter lang. Wir fallen den Menschen im Grunde nur durch unsere Wohnsiedlungen auf. Und die haben dann ihrerseits sich entschlossen, unsere Fähgikeiten zu nutzen.“

„Ach? Wie das denn?“

„Früher haben die Menschen daraus oftmals unlösliche, schwarze Tinte hergestellt. Heute wird das weniger gemacht.“

„Ach, dann ist in euren Wohnungen ein Farbstoff enthalten?“

„Nicht wirklich. So ein Gallapfel besteht größtenteils aus Gerbsäure. Diesen Stoff haben die Menschen mit einen anderen Stoff aus Kupfer und Eisen gemischt und so dann die Tinte hergestellt.“

 

Und mit diesem Blogartikel verabschiede ich mich für dieses Jahr. In den nächsten Tagen ist Marina, die Schnecke wieder dran und danach bis Ende Oktober Balduin, der Regenwurm.

Chio

Euer Linus Lieblich!

 

Wenn Ihr noch mehr über diese außergewöhnlichen Wespen erfahren wollt, dann schaut doch hier mal vorbei:

www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenwissen/16753.html

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

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Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

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