Eine Distel ohne Stacheln

Oh, diese Pflanze hat aber ne Menge angewelkter Blätter. Da hab ich wohl ne Menge zu knabbern, bis ich die gesäubert habe… am besten ich schau mir mal alles ganz genau.

 

Oh, die ist ja richtig hoch!

 

Und ja… je höher ich krieche, um so besser sehen die Blätter aus. Das Problem, der bald verfaulenden Blätter liegt wohl nur knapp über dem Erdboden.

Die Blätter fühlen sich aber sehr zart und weich an… wunderbar. Zwar sind an den Blatträndern so etwas wie Stacheln dran, aber selbst die sind elastisch und stechen nicht. Was das wohl für eine Pflanze ist?

 

„Ich bin eine Kohldistel!“

„Eine Distel? Und wieso sind dann die Blätter und Stacheln so weich?“

„Das kommt wohl daher, dass meine Vorfahren keine zusätzlich stützenden Fasern in ihren Zellen gebraucht haben. Doch der Aufbau von unserem System ist wie bei allen anderen Disteln auch. Daher haben wir Stacheln wie sie, nur dass sie eben weich sind.“

„Dann schmeckt ihr wohl den meisten Tieren nicht besonders?“

„Ja, Säugetiere mögen unsere Blätter nicht besonders als Futter.“

 

„Wie hoch kannst du denn so werden?“

„Unser Pflanzenstamm kann durchaus 170 Zentimeter hoch werden.“

„Wahnsinn, so groß wie ein erwachsener Mensch.

Da könnt ihr euch ja Auge in Auge gegenüberstehen.“

„Irgendwie schon. Wir fallen den Menschen auf, vielleicht kamen die daher früher auf die Idee uns als Nahrungsmittel zu nutzen.“

„Und warum heute nicht mehr?“

„Manche Ländern machen das noch, wie Russland oder Japan…

doch im Laufe der Zeit haben die Menschen hier in Europa

wohl Wildpflanzen als Nahrung vergessen.

Sie wurden dann zu Unkräutern - was für ein Blödsinn!“

 

„Wie pflanzt du dich denn so fort?“

„Da wir Disteln ebenfalls wie Löwenzahn zu den Korbblütlern gehören, bekommen wir am Ende des Blütendaseins puschelige

Schirmchen an unseren Samen.“

Die Blüte sieht nicht nur der einer Artischoke ähnlich. Der Blütenboden kann ebenso gegart und gegessen werden. Im Gegensatz zu den Blüten anderer Distelarten sind die der Kohldistel nicht lila sondern weiß… und ist sie nicht wunderschön anzusehen?

 

 

Und sie ist bei Insekten sehr beliebt, denn ihr Nektar hat einen hohen Nährwert. 

Wie der Löwenzahn, schließt auch die Kohldistel ihre Blütenblätter, wenn sie verblüht hat.

Die Blütenblätter sind dann nicht mehr leuchtend hell und stehen gerade vom Fruchtboden ab, sondern sind grau und krumm geworden.

Erst jetzt kommt die Zeit, da sich die Fallschirmchen entfalten können, um von Wind getragen zu fernen Ufern getragen zu werden.

Ist philosophisch irgendwie sehr interessant finde ich. Erst nachdem man krumm und scheinbar fahl und alt geworden ist, kommt die Zeit der Leichtigkeit. Sofern man sich wagt, erneut zu entfalten, um dem Samen die Freiheit zu schenken.

 

Wenn Ihr mal alle Entwicklungsschritte dieser besonderen Pflanze sehen wollt, dann schaut doch auf dieser Seite mal vorbei: www.offene-naturfuehrer.de

 

 

 

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