Eine Sache der Schwerkraft

Wenn ab und zu die Sonne hervor lugt, ist es recht schön, am Ufer eines Gewässers entlang zu kriechen. Da kann ich mir notfalls noch etwas Feuchtigkeit für meinen empfindlichen Schneckenkörper holen…

 

Oho, wie die Sonne auf dem Wasser glitzert… einige Kleinst-Teilchen wirken dabei wie Sterne am Nachthimmel…

 

Ui, was ist denn das für ein merkwürdiges Wasserwesen? Ein großer Kopf mit Fühlern und Stilaugen… so etwas habe ich ja noch nie gesehen!“

 

„Wer bist du denn?“

„Wer wir sind, willst du wohl eher wissen?“

 

Oh, da hab ich mich wohl man wieder verguckt! Schneckenaugen sind eben keine besonders scharf Sehen könnenden Augen…

Hm, diese Stilaugen sind ja nur die Vorderbeine, die an die Wasseroberfläche stoßen und so einen kleinen dunklen Kreis verursachen… tja, manchmal glaubt man wohl das zu sehen, was man am besten kennt. Und da ich eine Schnecke bin, habe ich selbst Stilstaugen. Kein Wunder, dass mir da meine Fantasie einen Streich gespielt hat.

 

„Wir gehören zu der Familie der Wanzen.

Unser Stamm nennt sich: Rückenschwimmer.“

„Ach, daher sieht ihr so merkwürdig aus...“

„Ja, unser Unterteil zeigt nach oben, unser Rücken nach unten.“

„Außerdem sind wir sehr beschäftigt!“

„Zu der Jahreszeit paart ihr euch also noch?“

„Wir müssen jede Gelegenheit nutzen, jeden warmen Sonnenstrahl! Vor allem bei dieser Jahreszeit. Denn unsere Stamm der Rückenschwimmer hat jetzt seine Hochzeit für Pärchen.“

 

„Aber wie atmet ihr unter Wasser, wenn ihr Wanzen seid?“

„Das Ende von unserem Hinterteil schaut aus dem Wasser. “

 

Hm… ah, das ist dort, wo sich die Körper der beiden berühren.

„Ist das denn nicht gefährlich, wenn ihr nach

Außen hin eure empfindsame Bauchseite zeigt?“

„Wir haben keine andere Wahl, wenn wir hier

im Wasser überleben wollen.“

„Ja, denn der meiste Sauerstoff, den wir von außerhalb des Wassers eingefangen haben, lagern wir an unserer Bauchseite an. Und so zwingt uns die Schwerkraft die Rückenlage auf.“

„Denn überall dort, wo sich Sauerstoff befindet, wird dieser Bereich nach oben zeigen! Klar, wenn wir die Physik umwandeln könnten, würden

wir das ändern. Aber wir haben uns im Laufe der Zeit ganz

gut an diese Position gewöhnt.“

„Zumal es sich damit viel besser durchs Wasser schwimmen lässt.“

„Ja, als wären wir ein Paddelboot der Menschen!“

„Aber jetzt brauchen wir wieder Zeit für uns. Bis dann!“

 

Dann werde ich wieder weiter kriechen und mir ein schattiges Plätzchen zum Schlafen suchen. Bis Morgen!

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biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

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Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!