Wind - die andere Kinderwiege


Auch, wenn ich mich in mein Häuschen zurück ziehe zum Schlafen, spüre ich was Draußen in der Natur so los ist. Und der starke Wind war wirklich nicht zu überhören. Er hat selbst mit den Baumstämmen gespielt und nicht nur mit den Ästen und Zweigen wie sonst.

Und seit ich mich im Dunkeln aufgemacht habe bis jetzt in den frühen Morgenstunden, muss ich bei meinen Beobachtungen feststellen, dass nicht mehr alles am selben Ort liegt, wie gestern… und oho, da trägt gerade eine Windböe einige Samenkörner zu mir herunter auf die Erde… sie sind sichelförmig und dunkelbraun, mal kurz berühren, von welcher Pflanze sie wohl stammen.

 

Aha! Sie gehören zur Pflanze des Echten Mädesüß – eine recht große Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Nun ja, sofern sie ausreichend Nahrung und Platz hat. Manche sind auch nur knapp über 50 Zentimeter hoch geworden.

Ich erinnere mich an diese Pflanze sehr gut. Im Sommer hatten ihre Blüten einen wirklich betörende Duft. Sie rochen nach Madeln und Honig. Vermutlich nutzt Ihr Menschen sie deshalb so gerne, um Süßspeisen zu aromatisieren. Zudem sind die Blüten sehr schön anzusehen… ach, da werde ich mich mal zu dem Ort am Ufer machen, an dem ich sie gesehen hatte. Vermutlich wird sie sich wie die andere Pflanzen sehr verändert haben…

Oh ja. Wow! Sie ist kaum noch wieder zu erkennen. Ihr cremeweißen Blütenstände sind verschwunden. Dafür trägt sie eine Menge Samen. Nicht mehr an allen Bereiche zwar, denn der Sturm muss sie wohl alle mit sich getragen haben. Vor allem die braunen reifen Samen...

 

„Hallo, liebe Mädesüß. Was gibt es so neues?“

„Der Wind war mehr sehr behilflich und hat viele meiner Kinder in seinem Gewand mit sich fort getragen. Weit weg zu neuen Ufern.“

 

„Im Gegensatz zu den Korbblütern wie dem Löwenzahn, habt ihr

keine so schönen Flugschirmchen. Wieso lassen sie sich dennoch

so einfach vom Wind davon tragen?“

„Unsere Samenkörner haben eine Ummatelung, die ein gutes Stück größer ist, als der eigentliche Samen. Diese Lufteinschlüsse machen die Kleinen leichter und die recht große Oberfläche bietet einen gute Fläche, damit der Wind sie leicht packen kann. Entweder trägt er sie direkt zu ihrem Keimplatz, oder gibt sie an ein Gewässer weiter. Denn durch ihre Leichtigkeit schwimmen meine Samen gut auf dem Wasser. Tja, und manchmal werden die Kleinen auch auf das Fell von einem Säugetier geweht. Dann tragen die meinen Nachwuchs in die Welt hinaus.“

„Ich kann mich erinnern, dass ich im Winter schon mal Vögel von den Samenständen naschen gesehen habe, die noch an deinen Ästchen gehangen sind. Somit bist du doch wohl auch wie einige der Beerenpflanzen ein Wintersteher, der Futter für die Vögel in der Insektenfreien Zeit anbietet.“

„Ja, das gehört auch zu meinen Aufgaben. Einige Pflanzen geben nicht

alle ihre Samen und Früchte im Herbst in die Arme des Windes.

So hilft das nicht alles Loslassenkönnen den Tieren, um über den nahrungsarmen Winter zu kommen. Sofern genügend

solcher Pflanzen in der Natur vorhanden sind.“

 

Ja, meine lieben Menschen, so hat alles seinen Sinn. Es ist wichtig los zu lassen, die Früchte in die Wiege des Windes zu legen, aber dennoch ist es auch gut das eine oder andere bei sich zu behalten, sozusagen als Notration.

Dann bis Morgen, Eure Marina!

Mit 81,71 Prozent wurde meine

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Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!