Ein großes Opfer

Oho, da sitzt ja ein kleiner farbiger Edelstein auf dem Blatt. So winzig und dennoch wunderschön. Da will ich doch mal heraus finden, welcher Wiesenheld sich dahinter verbirgt.

 

„Einen so schönen Mini-Superhelden habe ich hier noch gar nicht gesehen.“

„Also, im Grunde komme ich gar nicht aus dieser Gegend. Wir wurden zusammen mit der Rhododendron-Pflanze um 1960 hier in Deutschland eingeführt. Anfangs waren wir nur eine Handvoll und sind gar nicht weiter aufgefallen. Erst in den achtzigern sind wir dann den Menschen aufgefallen.“

„Aha, zu welchem Stamm gehörst du denn?“

„Ich zähle zu den Zikaden. Mein Stamm wird

somit Rhododendron-Zikade benannt.“

 

„Viele Insektenstämme bringen in einem Jahr zwei bis drei Generationen hervor. Wie viele sind es bei Euch und wo leben eure Kinder?“

„Also, wir sind nicht so fleißig! Ich hab im Ei überwintert, bin geschlüpft und war im Juni voll entwickelt. Vor kurzem habe auch ich meins

Eier in einer Rhododendronblüte abgelegt, damit es gut geschützt

durch den Winter kommt.“

 

„Ernähren sich eure Kinder auch wie die der

anderen Zikaden von Pflanzensaft?“

„Genau. Darin sind wir Zikaden alle gleich. Und natürlich in unserem Sprungtalent! Wir können sehr hoch springen, obwohl wir keine solchen kräftigen Beine haben wie die Heuschrecken.“

 

„Wenn du sagst die Menschen haben euch bemerkt.

Dann lag das gewiss nicht an eurem Aussehen, oder?“

„Nein, für solch kleine Insekten wie wir es sind, haben die Menschen keine Augen. Obwohl wir doch immerhin knapp 10 Millimeter lang werden,

wenn auch nur knapp 3 Millimeter breit. Bemerkt haben uns die Menschen, weil auch ein Pilz mit eingewandert war. Er nützt unsere Eigenheit aus,

die Pflanze zum Trinken anzustechen, und schickt dann

seine Sporen in diese Wunden hinein.“

„Aber wie konnte dieser Pilz hierher kommen!“

„Er verstreut seine Sporen überall. Dabei benutzt er auch unsere Körperhülle. Denn schließlich hat er keine Beine und kann nicht laufen.

Er ist vom Wind abhängig.“

„Und was passiert, wenn sich der Pilz dann eingenistet hat

in dieser kleinen Öffnung?“

„Nun, er breitet sich aus und zerstört dabei die Pflanze. Und diese toten Pflanzenteile haben die Menschen dann bemerkt.“

„Wow, ist schon traurig, dass man auf diese Art und Weise erst auffällt.“

„Ja! Vor allem, weil unsere Art im Grunde doch nur dabei hilft, dass die Pflanze kräftiger blüht und grünt und dann so etwas!“

 

„Gibt es eine Möglichkeit den Pilz zu bekämpfen?“

„Ja, die abgestorbenen Teile müssen im Frühling unbedingt abgeschnitten und verbrannt werden. Auf keinen Fall in den Kompost damit!“

„Aber darin leben doch auch eure Kinder!“

„Tja, leider. Doch das lässt sich nicht ändern. Einige Zikadenbabys müssen geopfert werden, damit nicht die ganze Pflanze geschädigt wird.“

 

„Danke für diesen aufopfernden Rat.

Ich hoffe die Menschen werden ihn zu schätzen wissen!“

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!