Der Blasenmeister

So ab und an wagt sich die Sonne schon mal heraus. Da heißt es für mich vorsichtig sein und immer im Schatten bleiben. Denn als Regenwurm funktioniert meine Haut etwas anders, als die von Euch Menschen. Mit fehlt diese Lederhaut, die die Unterhaut vorm Austrocknen schützt. Daher fühlt es sich auch so anders an, wenn Ihr Menschen mich anfasst und nicht einen anderen Menschen. Mein Haut fühle sich schleimige an, denn mein Körper sorgt so dafür, dass meine Haut gut befeuchet wird.

 

Aus diesem Grund bin ich viel in und auf feuchter Erde oder Blättern unterwegs. Meine Haut braucht diese dünne Wasserschicht. Aber Wasser ist sowieso das Elixier des Lebens, vor allem für uns Weichtiere. Den Stamm der Weichtiere gibt es schon seit 500 Millionen Jahren. Wir sind ja sozusagen lebende Fossilien aus der Zeit, als das Leben sich entschloss das Land zu erobern…

Und hier in Deutschland gibt es 46 Regenwurm-Arten. Und jede ist etwas besonderes! Und natürlich jeder einzelne von uns Wiesenhelden - ui… was ist denn das hier? Da ist doch eine Fliege gelandet, eine Goldfliege und die bläst Wasserblasen, so wie Ihr Menschen Kaugummiblasen macht. Was das wohl zu bedeuten hat?

Da muss ich doch gleich mal nachfragen.

 

„Was ich hier tue? Na, ich verdaue!“

„Wie denn, was denn? Also, ich verdaue in meinem Bauch –

genauer in meinem Magen. Auch, wenn der recht einfach aufgebaut ist.“

„Nun, ich hab im Grunde nur einen recht einfachen Darm. Und da ist es wichtig, die Nahrung sozusagen am Anfang immer mal wieder zukauen.“

„Ah, so ähnlich wie bei den Rindern und Kühen

aus dem Stamm der Säugetiere?“

„Könnte man sagen, nur dass die das Fressen im Mund nochmal kauen. Ich mache das mit einer Wasserblase! Da ich ja keinen richtigen Mund besitze… nur ein Nahrungs-Saugrohr, pumpe ich alles noch mal

nach Draußen. Vor und zurück und vermenge alles gut und

gründlich mit entsprechenden Stoffen, die den

Nahrungsbrei leichter verdaulich machen.“

„Aber kannst du da nicht ab und zu ein Stück der Nahrung verlieren?“

„Das kommt durchaus mal vor… daher sind wir ja bei den Menschen nicht besonders beliebt. Denn, wenn wir gerade was vom Kot genascht haben, können auf diese Weise natürlich auch von diesem was verloren gehen an einem Ort, wo der gar nicht hingehört. Doch das stört und nicht… ich mein, wir erschmecken ja auch die Nahrung mit unseren Füßen.“

„Ach? Dann lauft ihr einfach herum und wo der Mensch aus versehen in die Scheiße tritt, macht ihr halt und setzt euch zum Essen hin.“

„Genau! Wir haben ja schließlich keine Nase! Und immer mit dem Rüssel überall herum zu tasten, das wäre viel zu viel Arbeit.“

 

„Aber, wenn ihr auf diese Weise Nahrung sucht und findet,

dann müsste ja ständig irgendetwas hängen bleiben.“

„Nun, dass ist noch eine weitere Besonderheit unserer Füße und Beine! Wir haben so etwas wie einen eingebauten Desinfektions-Apparat darin. Dieser verhindert, dass wir Keime von einem Ort zum anderen tragen.

 

Tja, so hat wohl jedes Tierchen seine eigne Art, wie es Nahrung und Wasser aufnehmen kann. Vor zwei Tagen hab ich ja eine Assel getroffen, die ihren eigen Kot nochmal frisst, um alle Stoffe darin verwerten zu können…

So ist jeder anders - und jeder was ganz besonderes!

Bis Morgen Euer Balduin 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!