Das Hinterteil ist nicht nur zur Verdauung da

 

Anscheinend hat sich der Oktober entschlossen sonniger zu werden. Da ist es schon besser, wenn ein Regenwurm wie ich, am feuchten Uferrand dieses kleinen Gewässers entlang kriecht. Vor allem gibt es hier gewiss einige tierische Wiesenhelden zu entdecken. Auch in den frühen Morgenstunden… denn wenn die Sonne höher steigt, buddele ich mich lieber wieder ins tiefere Erdreich.

Oh, da vorne sitzt aber ein schönes rotes Exemplar einer Libelle auf einem Grashalm. Die werde ich gleich mal interviewen. Hm, im Gegensatz zu dem kurzen Hinterteil einer Fliege ist deren Hinterteil ja mächtig lang. Ich frage mich, ob sie dadurch ihre Nahrung besser verdauen kann, wie andere. Die Fliege verdaut ihre Nahrung – wie ich vor zwei Tgen erfahren haben - in gewissem Sinne, wie ein Wiederkäuer, in dem sie Wasserblasen macht. Denn sie hat nur einen Darm und keinen Magen.

 

„Oh, mein Hinterteil ist nicht so lang, damit ich meine Nahrung

besser verdauen kann. Neben dem Darm, der sich darin befindet,

liegen dort auch Luftkammern. Sie dienen mir zum einen dafür,

um mehr Stabilität beim Fliegen zu haben, aber auch um zu verhindern, dass meine Flugmuskeln überhitzen können.“

„Wie, ihr produziert selbst Wärme?“

„Bewegung bringt immer Wärme mit sich, das ist ganz normal. Und wir Libellen bewegen unsere vier Flügel sehr schnell! Da müssen die Muskeln an meinem Vorderkörper einiges an Arbeit leisten. Das Tracheen-System sorgt dann dafür, dass die heiße Luft nach hinten wandert und durch die Länge und den Luftwind dann abgekühlt werden kann.“

 

„Eine Fliege hat keinen richtigen Magen, im Gegensatz

zu einem Regenwurm wie mir. Wie ist das denn so bei dir?“

„Wir Libellen besitzen einen großen Magen! Wir können Beute mit unseren großen Kiefern zerlegen und fressen, die so groß ist wie wir selbst. Denn als Flieger verbrauchen wir stets sehr viel Energie, vor allem die schnellen und wenigen zu denen wir Libellen ja gehören.“

„Wahnsinn! Könntet ihr dann auch noch größere Tiere fressen,

wie Mäuse oder so was?“

„Nein, die sind uns doch etwas zu groß und zu fellbehangen. Aber wir nehmen auch mal Kaulquappen oder kleine Fische zu uns.“

 

„Uns Regenwürmer gibt es seit 200 Millionen Jahren. Den Stamm der Weichtiere gibt es allerdings schon seit 500 Millionen Jahren. Wie lange gibt es euch Libellen denn so? Ihr zählt ja zu den ältesten Insektenarten.“

„Das stimmt. Meine ersten Vorfahren lebten vor kapp 300 Millionen Jahren. Die waren damals aber noch um ein vielfaches größer als heute. Allerdings vermutlich nicht ganz so wendig und agil wie wir kleineren Exemplare.“

 

„Und wie nennt sich der Name deines Stammes?“

„Ich gehöre zu den Heidelibellen. Es gibt verschiedene Arten.

Um sie unterscheiden zu können, muss man aber immer ganz genau hinschauen. Vor allem unsere Beine. Denn diese haben,

je nach Stamm unterschiedliche Färbung. Meine sind zum Beispiel schwarz, das heißt ich bin eine Blutrote Heidelibelle.

Wenn ich dünne gelbe Längsstreifen dort hätte,

wäre ich eine andere Art.“

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!