Traumreise gefällig?

Oho, der Kompass-Lattich, den wir Wiesenhelden-Reporter dieses Jahr schon interviewt haben, sieht inzwischen recht alt aus. (Am 11.Juni)

Die meisten Blätter sind dürr, die Blüten größtenteils verblüht… obwohl, ganz oben bewegt sich was… da sind auch noch ein paar wenige schöne grüne Blätter.

Das Tierchen ist wurmartig, wie ich der Regenwurm, und recht groß: knapp 3 cm - so viel kann ich erkennen und es hat eine ähnliche Färbung wie der Stil des Lattich.

Da es sich so frei an der Pflanze bewegt muss es auf jeden Fall eine Raupe sein. Die Frage ist, von einem Schmetterling oder einer Blattwespe, den deren Larven sehen Raupen sehr ähnlich.

 

„Wer ich bin, willst du wissen? Nun, ich gehöre zu der großen Familie der Eulenfalter. Ich bin eine Kompasslatticheule. Eine ausgewachsene, wohlgemerkt. Noch ein paar Happen werde ich fressen und dann

geht’s ab ins nächste Stadium und ich werde mich in

eine Puppe verwandeln und den Winter verschlafen.“

 

„Eulenfalter und deren Raupen habe ich schon öfter gesehen.

Doch so eine wie dich noch nicht.“

„Nun, da unser Stamm nur Lattichgewächse frisst und diese kaum noch

in Wiesen oder Gärten zu finden sind – meist nur noch an Wegrändern

von Straßen, fehlt uns natürlich die Nahrungsgrundlage,

um uns großflächig ausbreiten zu können.“

„Verstehe… die Menschen mähen sehr oft die wild gewachsenen Straßenrändern, ziemlich radikal sogar. Da bleibt nicht viel übrig und wenn dann eine Raupe dort gelebt hat, wird sie zu Müll verarbeitet.“

„Ja, das ist sehr traurig! Doch hier hab ich einen Lattich der stehen bleiben durfte und der mich hat groß und stark werden lassen.“

 

„Der weiße Milchsaft dieser Pflanze soll ja ein Stoff enthalten sein (Lactucin),

der morphinähnlich ist – also betäubend wirken kann, wenn man ihn

in größeren Mengen einnimmt.“

„Wenn man ein Zweibein, ein Mensch ist, dann wohl ja. Die haben die Blätter dieser Pflanze auch mal geraucht oder den Saft als Zauberkraut genutzt, zumindest einige Stämme der Indianer und Ägypter. Die Medizinmänner haben damit ihre Traumreisen gemacht, aber auf uns Raupen hat der Saft keinen besonderen Einfluss.“

 

Das stimmt viele alter Völker haben bestimmte Pflanzen oder Giftstoffe in geringen Mengen genutzt, als eine Art Therapie. Die Medikamente, die Ihr Menschen in Apotheken verkauft, sind im Grunde auch eine solche Form. Daher ist die richtige Dosierung wichtig und dass eine bestimmte Krankheit vorliegt, ansonsten kann es zu Vergiftungen kommen.

Allerdings müsstet Ihr vom Kompasslattich ziemlich viel zu Euch nehmen. Da die Blätter aber recht bitter sind, glaube ich kaum, dass das einer von Euch nur zum Spaß machen möchte.

 

Wenn Ihr wissen wollt, wie der Falter aussehen wird, dann schaut mal hier vorbei, dort gibt es schöne Fotos. Und übrigens die Raupe kann braun wie hier sein, oder auch grün.

www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Hecatera_Dysodea

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