In die Irre geführt!

Ich spüre immer stärker, dass sich die kalte Jahreszeit mehr und mehr annähert… und auch die Pflanzen spüren dies. Immer mehr gehen in ihre letzte Lebensphase oder machen sich für das Überwintern bereit.

Doch, oho, da vorne ist aber noch eine schöne Pflanze… sie ist herrlich grün, über einen Meter hoch und hat herrliche große Blüten… und grüne Kugeln mit Dornen? Sie sind nur ein klein wenig größer, als die Hülle von den Rosskastanien. Na, so etwas – wer mag das nur sein?

„Ich gehöre zum Stamm der Stechäpfel. Ursprünglich kommen meine Vorfahren aus Asien und Amerika, doch seit langer Zeit sind wir auch hin Europa heimisch.“

„Bestimmt wegen eurer wunderschönen Blüten!“

„Ja, wir sind wirklich eine Schönheit, da hast du recht. Eine sehr giftige Schönheit!“

„Oh, du gehörst doch nicht etwa wie der schwarze Nachtschatten, den ich vor einigen Tagen interviewt habe, zu den Nachtschattengewächsen?“

(Mehr unter 18.Oktober)

„Doch, doch! Allerdings sind meine Früchte hochgiftig!

Eigentlich alles an mir!“

 

„Aha, also der schwarze Nachtschatten wird teilweise

in der Medizin genutzt, ist das bei Dir auch so?“

„Nicht wirklich! Allerdings haben früher einige Schamanen verschiedener Völker aus unseren Blättern eine Art Tabak hergestellt, um sich in einen Rausch zu versetzen. Allerdings sind die Giftstoffe so stark, dass eigentlich nur ein Horror-Trip zustande kommt. Wer uns isst, wird von unserem Gift gelähmt... im Grunde die Muskeln - und somit erstickt ein Mensch am Ende qualvoll, wenn er nur ein Stückchen von unseren Blütenblättern nascht.“

„Wow. Da lässt Mensch wirklich besser die Finger von dir.“

„Ja, wir haben eben schon eine sehr gute und wirkungsvolle Verteidigungsstrategie gegen Schafe und andere Tiere!“

 

„Und was ist mit Raupen?“

„Da gibt es einige, denen ich als Nahrung diene. Im Grunde sind es alle Raupen, die Nachtschattengewächse lieben. Dazu zählt zum Beispiel der Nachwuchs vom Totenkopfschwärmer oder der Achateule.

Auf diese Weise kommen sich Säugetiere und Insekten

sozusagen nicht ins Gehege, was die Nahrungspflanze betrifft.“

 

„Und wie sieht es mit der Bestäubung aus?“

„Oh, da habe ich einige Besucher. Am liebsten besucht mich aber der Tabakschwärmer. Allerdings gibt es da inzwischen ein großes Problem. In meinem Duft steckt ein Aromastoff, der dem gleicht, der in Auspuffgasen der menschlichen Blechkäfer ebenfalls zu finden ist.“

 

„Das würde ja bedeuten, dass einige Insekten nicht deine oder verwandte Blüten anfliegen, sondern die Abgasrohre der Maschinen, die auf

den Asphaltstraßen herum flitzen.“

„Ganz genau! Auch Bienen und Hummeln werden dadurch von ihrer wahren Signalroute abgelenkt und fliegen einen Ort an, der nicht nur keinen Nektar in sich trägt, sondern zusätzlich noch weitere

für Insekten giftige Stoffe ausstößt!“

 

Und so ein Insekt braucht zum Fliegen viel Energie, das heißt sobald es zu einer Blume kommt, muss da Nektar drin sein, ansonsten hat es manchmal nicht mehr die Kraft eine nächste Quelle aufzusuchen. Es wird zuerst am Hunger sterben, bevor die Gifte wirken können.

 

Wahnsinn! Also wirklich, liebe Menschen, ich kann ja gut verstehen, dass Ihr schneller voran kommen wollt, ist ja meist auch fürs Überleben notwendig.

Doch muss dabei so mit Gift um sich geworfen werden? Bei allem, was Ihr so tut?

 

Außerdem: Was ist mit Eurem Nachwuchs? Gift kann wirklich sehr schädlich sein! Und nicht immer sind die Folgen so direkt zu merken, wie bei der Einnahme von Teilen des Stechapfels!

 

Wenn Ihr mehr darüber lesen wollt, über Insekten, die der falschen Spur folgen, dann klickt doch hier mal rein: www.spiegel.de/wissenschaft/

 

 

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!