Auf die Größe der Füße kommt es an

Also unter der Rinde von alten Baumstämmen hatte ich bisher kein Glück gehabt mit meiner Sache nach einem weiteren Wanzenstamm.

Daher hab ich beschlossen es heute etwas lockerer zu nehmen. Ich krieche im welken Blätterlaub herum und genehmige mir dabei so die eine oder andere kleine Mahlzeit. Denn schließlich bin ich ein Regenwurm und die können in ihrem Darm aus welkem, fauligen Pflanzenmaterial guten, nahrhaften Humusboden herstellen.

Nun ja, ein Magen wie Ihr Menschen ihn habt, besitze ich nicht. Meiner ist recht einfach gebaut und Zähne hab ich auch keine. Dennoch kann ich meine Nahrung zerkleinern. Im Grunde funktioniert das ähnlich wie bei den Vögeln. Sie schlucken Steine, die dann im Kropf dabei helfen das Futter zu zerreiben. Mein Magen hat eine zähe Haut und trägt innen drin feine Körnchen.

Dazu kommt noch ein besonderer Verdauungssaft und schon wird ein Brei daraus… a propo besonderer Saft: Da läuft ja ein Insekt über den kleinen Teich, an dem ich vorbei gekrochen bin. Es scheint fast so, als wäre das Wasser für dieses Tierchen viel dickflüssiger als für andere…

Da muss ich doch mal näher ran und mehr darüber erfahren.

 

„Wahnsinn! Du gleitest wie ein Eisläufer über das Wasser.“

„Ich bin ja auch ein Wasserläufer. Auf meinen Beinen und Füßen trage ich besondere Härchen, die es mir erlauben sozusagen recht großspurig unterwegs zu sein. Funktioniert so ähnlich wie Wasserski bei den Menschen. Oder die Schneeschuhe bei denen. Sie nehmen eine viel größere Fläche ein, wodurch das Gewicht scheinbar leichter wird

und sie nicht beim Laufen über den Schnee in die weiche,

weiße Schicht einsinken.“

„Das klingt aber sehr interessant. Und zu welcher Familie gehörst du?

Ich glaube du bist kein Insekt, denn du hast ja nur vier Beine,

wie ich gerade bemerkt habe.“

Doch, doch ich bin ein Insekt. Allerdings ist mein vorderes Beinpaar recht klein geraten und so sieht es aus, als hätte ich nur 2 Beinpaare. Bei den meisten Schmetterlingen ist das übrigens ähnlich. Im Grund hat Mutter Natur dieses zu einem Armpaar umfunktioniert. Wir Wasserläufer fangen damit unsere Beute und Schmetterlinge nutzen sie, um ihre Augen und Fühler gut sauber machen zu können. Denn für sie gilt: Nur wer gut sehen und „riechen“ kann, der findet zu seinem Nahrungsplatz.“

 

„Ja, das stimmt, zu wissen wo etwas zu fressen wartet, ist ganz wichtig,

um überleben zu können. Da ist es für uns Regenwürmer einfacher,

denn überall wo Pflanzen und Erde sind, da gibt es auch Abfallprodukte,

die ich in mein Maul saugen kann.“

„Saugen, das tue ich auch. Das machen eigentlich alle Wanzen.

Die einen mögen Pflanzensaft und wir Wasserläufer fangen andere Insekten – lebende und tote - und saugen sie aus,

ähnlich wie das eine Spinne macht.“

 

„Ach, nee. Du bist eine Wanze? Du bist so schmal und lebst doch gar

nicht wie die, die ich bisher kennen gelernt habe, an Land.“

„Och, wir Wanzen sind schon sehr verschieden. Die einen sind breit

und wirken dicklich, die anderen schmal und dünn. Wieder andere

haben farbige, teils verfestigte Oberflügel, bei anderen sind die durchsichtig oder aber sie haben nur Flügelstummel – womit es sich allerdings nicht fliegen lässt! Tja, und einige leben an Land,

anderen wie ich auf dem Wasser und wieder andere sind sogar

im Wasser zuhause. Wie zum Beispiel der Rückenschwimmer.“

„Ach, solch einen hat Marina, die Schnecke, am 5.Oktober interviewt, stimmt!“

„So, aber jetzt will ich noch etwas weiter gleiten. Ich habe hunger.“

 

„Noch kurz eine Frage: Kannst du denn fliegen?“

 

„Ich kann es nicht, meine Flügel sind nicht ganz so gut entwickelt.

Aber je nachdem kommt es durchaus vor, dass sich bei einem Wasserläufer die Flügel dennoch gut ausbilden. Solch ein Kerl kann natürlich fliegen. Aber im Grunde brauchen wir das nicht.

Hier auf dem Wasser zählt einzig und allein das Gleiten.“

 

O ja, Wanzen gibt es unzählige Arten, und wenn Ihr mal ein paar anschauen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei: http://artengalerie.makro-forum.de/Wanzen.html

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!