Flach wie ein Teller

Langsam wird es wirklich recht kühl. Zum Glück aber krieche ich unter der Schicht welker Blätter herum. Hier bleibt es auch den Winter über wärmer, als sonst in Wiese und Wald. Und während es über den Blättern in der Luft immer stiller wird, herrscht hier noch emsiges treiben.

Na, wen fühle ich denn da? Da kommt ja eine Schnecke auf mich zu.

Ui, ihr Gehäuse hat knapp 7 mm im Durchmesser und ist nicht mal halb so hoch. Gerade mal 3 mm – es ist, als wäre sie eine gewöhnliche Gehäuseschnecke, die nur mal eben bei der Geburt flach getreten worden wäre...

 

„Ich gehöre zu den Schüsselschnecken. Einige nennen uns auch Knopfschnecken, weil wir recht klein sind und flach, wie ein kleiner Knopf. Ich bin eine Gefleckte Schüsselschnecke. Es gibt noch die Braune Schlüsselschnecke, aber die hat viel deutlichere Riefen auf ihrem Häuschen und ist durchgängig braun gefärbt. Dann gibt es zum anderen die Gekielte Tellerschnecke. Deren Häuschen ist sogar noch flacher als meines, und eher so ockerfarben.“

 

„Und welches Wetter hast du am liebsten?“

„Ich mag es wirklich gerne sehr feucht. So wie im Moment.

Das ist das ideale Wetter für mich. Sobald es weniger feucht ist,

bleibe ich in meinem Versteck. Andere Schneckenarten

schleimern da allerdings noch fröhlich weiter!“

 

„Schnecken haben ja ganz unterschiedliche Geschmäcker. Die einen mögen gern Fleisch, wie der Tigerschnegel. Andere fressen das Grün von Pflanzen, von denen einfach zu viele wachsen und somit der Vielfalt von Arten den Platz streitig machen. Und wieder andere mögen gerne Pflanzenabfälle wie ich auch.“

„Ich mag vor allem Grünalgen und Pilze, die ebenfalls recht versteckt unter Steinen oder morschem Holz und Blätter wachsen. Die Braune dagegen frisst auch mal die Überrest toter Insekten.“

 

„Wir Regenwürmer legen ja Eier und umwickeln sie mit Schleimschichten, wodurch sie recht groß erscheinen. Wie ist das denn so bei euch Schnecken.“

„Eine Schleimschicht brauchen wir nicht, die Eihülle bei uns lässt recht wenig Feuchtigkeit nach Außen dringen. Der Aufbau von Schneckeneiern ist der von Reptilien-Eiern ähnlich.

Meist sind sie rund wie ein Ball und Stecknadelkopf groß. Im Gegensatz zu anderen Schnecken lege ich im Vergleich zu meiner Größe recht große Eier. Allerdings sind diese auch eher flach, so wie mein Schneckenhaus.“

 

„Wie lang dauert es bis die Kleinen schlüpfen und wie alt werdet ihr so?“

„Für unsere Entwickelung brauchen wir je nach Temperatur 15 bis 30 Tage, dann schlüpfen wir aus den Eiern. Wir werden so 2 bis 3,5 Jahre alt.“

„Ui, mein Stamm der Regenwürmer kann dagegen

durchaus bis zu 10 Jahre alt werden.“

 

Tja, so ist es bei uns Wiesenhelden. Die einen leben nur einige Tage oder Wochen, andere einige Monate und nur wenige werden auch einige Jahre alt.

Bis Morgen Euer Balduin!

 

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!