Schädlingsvertilger


Oho, da ist ja wieder eine Stubenfliege… vielleicht das halbverhungerte Exemplar, dem ich vor einigen Tagen begegnet bin. Vielleicht hat es in der Zwischenzeit gutes Futter gefunden. Zumindest ist dieses Tierchen mal gut genährt.

 

 

„Oh, nein. Ich bin doch keine einfache Stubenfliege!“

„Nein?! Aber du siehst doch so aus.“

„Mein Stamm hat durchaus optisch einige Ähnlichkeiten mit den Stubenfliegen. Allerdings sind unsere Augen eher braun und die der Stubenfliegen eher rot. Aber bei uns Fliegen sollte man sich

nie nur auf die Augen verlassen.“

 

„Nun ja, als Regenwurm tue ich das ja nicht. Dafür fehlen mir die entsprechenden Augen. Doch die Menschen werden damit

wohl so ihre Probleme haben.“

 

„Also die Stubenfliegen zählen im Grunde zu den Blütenbestäubern. Sie sind Sammler. Bei meinem Familienstamm der Phaonia sind es meist Jäger. Und je nach Unterstamm sind wir ganz unterschiedlich auf bestimmte Jagdbeute spezialisiert. Ich gehöre zu den Phaonia Valida und als Kind hab ich im Laubstreu gelebt und mich von den dortigen Tierchen ernährt. Aber es gibt auch andere Arten. Da gibt es welche, die jagen die Rapsstängelrüssler und die Gelfeckten Kohltriebsrüssler.

Natürlich nur deren Larven, den Käfer selbst können sie nicht erlegen.

Als Fliegen haben wir nicht das richtige Mäulchen,

um diesen dicken Panzer durchdringen zu können.“

 

„Und wie funktioniert diese Jagd dann?“

„Anhand des Aussehens der jeweiligen Pflanze können wir erkennen, ob da die Eier von unserem Beutetierchen abgelegt worden sind. Dazu kommt auch noch der spezielle Geruch, den sie verströmen. Damit rufen sie in die Welt hinaus: Hilfe, ich bin überfallen worden!

Und dann kommen die entsprechenden Wiesenhelden. Bei dem vorhin erwähnten Stamm ist es so, dass beim Befall der Rapsstängelrüssler die Stängel aufreißen. Dann werden unsere Eier hinein gelegt. Die Larven kümmern sich darum, dass der Pflanzenschädling verschwindet. Nur deren Kopfkapseln, die nicht verdaulich für uns sind, bleiben zurück. Einige Wochen später kommt die Verpuppung und weitere 18 Tage später schlüpfen dort aus den Stängeln die erwachsen Fliegen.“

 

„Und wer nicht weiß, dass ihr die Helfer wart,

könnte durchaus die falschen Schlussfolgerungen machen.“

„Das stimmt leider. All zu oft sind wir Fliegen schon verkannt worden,

weil die Menschen einfach sich nicht die Zeit genommen haben,

genauer zu beobachten!“

 

Wirklich interessant, dass sich manche Wiesenhelden einander so ähnlich sehen. Besonders bei den Fliegen und Mücken. Da heißt es wohl: Achtsamkeit üben! Und nicht nur nach dem Aussehen zu urteilen. Genau beobachten, wie verhält sich dieser Wiesenheld. Und natürlich viel Lesen oder sich Vorlesen lassen, um mehr über diese Tierchen zu erfahren – wie zum Beispiel aus unserem Abenteuerblog.

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!