Platz-Streitigkeiten

Na, so was! Da wächst ein Moos auf einem Ast und wird von einer Blasenflechte umringt. Sieht beinah aus wie ein graunes Gesicht mit grünen Haaren. Was das wohl zu bedeuten hat?

 

„Nun, ich, die Blasenflechte, war zuerst da. Dann hat sich dieser Moosballen da einfach so auf einem Teil meines Körpers nieder gelassen. Er hat mich bedrängt, das hat mir nicht gefallen. Also hab ich mir viel Mühe gegeben und versuche nun meinerseits diesen Schmarotzer da zu verdrängen. Denn das ist mein Ast!“

 

„Das ist eine freie Natur. Da darf jeder hin, wo er hin will. Und da es hier schön feucht war, dachte ich, das ist ein feines Plätzchen, also haben sich da meine Sporen nieder gelassen.“

 

 „Klar, ist es ein schöner Platz. Dank meiner Flechtensäure, habe ich so manches Sandteil an der Rinde zu einer Art Humus umgewandelt und das schmeckt dir natürlich sehr gut!“


„Du bist also ein Moos, zu welcher Art gehörst du denn?“

 

„Ich gehöre zu den Gewöhnlichen Kurzbüchsenmoosen. Und wir sind besonders wichtig, was die Speicherung von Wasser betrifft! Vor allem auf dem Boden verhindern wir, dass die Erde bei Trockenheit zu sehr austrocknet. Und in unserem Moos leben viele Tierchen, wir sind sogar eine Art Kinderstube für viele Wiesenhelden.“

 

„Aha, welche denn?“

 „Nun, da wären Ameisen, Springschwänze, Asseln,

Tausendfüssler und Schnecken!“

 

„Was muss denn passieren,

damit du als Flechte wieder genügend Raum hast?“

„Es darf nicht weiter so extrem feucht sein. Moose wachsen

im Schatten und bei sehr viel Regen besonders gut und schnell.

Schneller als eine Flechte.“

 

„Hm, aber der Platz auf dem ihr beiden sitzt, gehört doch einem Baum. Müsste der eigentlich nicht sauer auf euch sein, denn er war ja zuerst da.“

„Wir sind beide Lebewesen, die sich selbstständig ernähren können. Wir nehmen dem Baum nichts weg. Wir sind also keine Parasiten. Ganz im Gegenteil, dort wo wir wachsen können, helfen wir sogar. Wir schützen die Rinde des Baumes vor gefährlichen Eindringlingen, die den Baum krank machen könnten!“

 

Wow! Das ist ja wirklich sehr faszinierend. Flechten und Moose sind also Helfer für Bäume und andere Pflanzen. Ist nur schon merkwürdig, dass Ihr Menschen das anders seht. Nunja, vermutlich wollt Ihr, dass die Zäune, um Euer Heim alle ewig halten und immer wie neu glänzen. Doch, was ist daran so schlecht, wenn etwas älter wirkt oder Charakter hat, was das Aussehen betrifft?!

 

Nein, diesen Schönheitswahn von Euch Menschen kann ich nicht verstehen.

 

So, meine lieben Menschenkinder, ab nächster Woche ist Marina, die Bänderschnecke, mit der Berichterstattung dran. Und von mir hört Ihr erst wieder was im Herbst! Bis dann

Euer Balduin Rotschleif!

 

Weiter Infos zu Flechten und Moosen findet Ihr auf diesen Seiten:

www.ag-burgwald.de/flora/flechten/

www.ag-burgwald.de/flora/moose/

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!