Tausend Beine?

Na, so etwas… da liegt ja der Buchstabe „e“ auf dem Boden herum. Wer den wohl verloren hat?

 

„Das ist kein Buchstabe! Das war einmal ein Tausendfüssler!"

„O, ein Tausendfüssler. Ich als Schnecke habe ja gar keine Beine und Füße, und du dagegen 1000 !“

„Nein, so viele sind es nun auch wieder nicht. Die Menschen haben diesen Namen erfunden, weil wir sehr viele Füße haben. Meist sind es ein paar Hundert. Sie sitzen paarweise an unserem Rumpf. Der Tausendfüssler mit den meisten Beinen – nämlich 750 – und 192 Körperringen trägt den Namen: Illacme Plenipes.“

 

„Aber Moment Mal, du sagtest ja: das war einmal…“

„Ja, leider. Ein Kollege von mir. Ich habs genau beobachtet vor ein paar Stunden war er noch am Leben. Aber dann wurde er von einem seiner Fressfeinde angegriffen: Einem Vogel.“

 

„Wieso liegt er dann noch hier?“

„Wenn wir Tausendfüssler uns schützen wollen, dann rollen wir uns zu einer Spirale zusammen. Als nächstes stoßen wir ein Giftsekret aus, das stinkt fürchterlich und reizt die Schleimhäute der Tiere, daher lassen sie dann auch los. Nur dummerweise hat dieser Tausendfüssler sich in der Dosis vertan. Es war einfach zu viel Gift, und das hat ihn dann komplett umgehauen und schließlich vergiftet.“

 

„Ach du Schreck – so etwas gibt es auch?“

„Ja, so etwas kommt auch vor! Doch zum Glück selten.“

 

„Bist du eigentlich ein Insekt oder gehörst du zu den Würmern?“

„Also alle Insekten haben 6 Beine – viel, viel weniger, als ich. Und Würmer, die haben gar keine Beine! Allerdings besitzen sie wie wir Tausendfüssler viele Ringartige-Teilstücke, die hinter einander liegen und dadurch eine wurmartige Form erzeugen. Und ich gehöre im Übrigen zu den Gliederfüßern, genauso wie die Asseln. Und ich besitze Fühler, mit denen ich die Welt um mich herum besser riechen und erfühlen kann.“

 

„Einen Stamm der Asseln hat Balduin Rotschleif, glaub ich bei seinen Erkundungen dieses Jahr auch interviewt. Sie sind schon außerordentlich toll. Was ist denn dein besonderes Talent als Wiesenheld?“

„Wie den Regenwürmer stellen wir in unserem Bauch Humus her. Wir fressen Abfallreste und lieben das feuchtwarme, dunkle Klima in einem Kompost. Aber morsches Holz mögen wir ebenfalls sehr gern.“

 

„Wie groß wird ein Tausendfüssler so?“

„Also mein Stamm kann durchaus mal 4 cm lang werden. Es gibt aber auf der Welt noch Stämme, die sind viel größer – so knapp 30 Zentimeter. Und ganz früher, vor 450 Millionen Jahren, da gab es Stämme, die wurden sogar 2 Meter lang und waren 50 Zentimetern. Und die kleinsten Tausendfüssler sind die Pinselfüssler mit 5 mm. So lang wie ich breit bin!“

 

„So, aber jetzt muss ich mich wieder verkriechen, hinein in den Schatten… ah, dort ist eine schöne Pflanze zum Verkriechen!“

 

Tausendfüssler sind schon was sehr besonderes, mehr erfahrt Ihr hier:

www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-05/tier-tausendfuesser

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!