Nur keine nassen Füße bekommen...

Wirklich heiß heute Morgen – das gilt vor allem für die Schnecken, wie ich eine bin.

Aus diesem Grund hab ich seit gestern auch nur meinem inneren Kompass nachgespürt, der mir sagte: auf geht’s in Richtung Wasser. Dort ist es angenehm kühl und feucht.

Und dieses Gefühl hat mich zu einem herrlichen Moosteppich geführt…. Doch ups: Moment mal!

Der gibt mehr nach, als übliches Moos – und, huch ich bekomm ja einen nassen Fuß. Schnell mal den Rückwärtsgang einlegen!

 

„Tja, ich bin eben kein Moos!

Ich gehöre zum Stamm der Großen Algenfarne.“

„Ui! Gestern hab ich ein Moosfarn kennen gelernt! Seid ihr irgendwie verwandt?“

„Nein, nicht wirklich. Wir bekommen den Namen „Farne“, weil unsere Blätter den Farnen ähnlich sehen.“

 

„Ja, stimmt. Die Form kommt hin. Ihr seht aus wie Mini-Farne. Nur, dass ihr nicht auf dem Erdboden lebt, sondern im Wasser.“

„Genauer. Auf der Wasseroberfläche! Denn wir sind eine Schwimmblattpflanze. So ähnlich wie die Seerosen auf einem Teich. Die Seerosen haben ihre Wurzeln allerdings im Teichboden eingraben - unsere Wurzeln dagegen schwimmen frei auf dem Wasser, wie ein Boot.“

 

„Hm, ich hab so das Gefühl, du bist nicht wirklich

hier in Europa heimisch, kann das sein?“

„Das ist korrekt. Wir sind eingewandert aus Asien, teils im Gefieder der Schwimmvögel. Daher gibt es hier auch nur ein einzige Art von uns. In Afrika, Asien und Australien sowie Neuseeland ist die Vielfalt sehr groß. Dort gibt es zahlreiche Arten.“

 

„Was ist denn euer besonderes Talent?“

„Wir können Luftstickstoff binden und diesen Umwandeln zu einem guten Gründünger. Pro Jahr sogar bis zu 50 kg! Die Menschen in Ostasien machen sich dieses Talent zunutze, in dem sie uns zusammen mit den Reispflanzen anbauen. Somit brauchen sie keinen künstlichen Dünger oder überhaupt zu düngen – denn das machen ja wir.“

 

„Und wie macht ihr das?“

„Als Pflanze sind wir eine Symbiose mit Bakterien eingegangen,

den sogenannten Blaualgen. Diese Blaualgen sind echte Überlebenskünstler und gehören zu den ersten Lebewesen,

die hier auf dem Planeten Fuß gefasst haben.“

 

„Wow! Balduin, der Regenwurm, hat mir erzählt, er hat bei seinen Touren Flechten kennen gelernt, die sich auch mit einem anderen Lebewesen verbunden haben.“

„Die Flechten sind allerdings meist ein Pärchen aus Pilz und Alge. Wir sind Pflanze und Bakterie. Sie werden nur als Blaualgen bezeichnet, weil sie wie wir Pflanzen Photosynthese betreiben und somit aus Licht und Wasser Zucker und Sauerstoff herstellen können. “

 

So, meine lieben Menschenkinder, dann werde ich mich fürs Wochenende erst mal ins Schneckenhaus zurück ziehen. Soll sehr heiß und trocken werden, doch zum Glück wird es nächste Woche wieder regnen. Dann kann ich mich wieder zurück ins eigentliche Wiesenreich begeben, ohne zu befürchten auszutrocknen.

 

Eure Marina

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!