Gezüchtetes Weidevieh und Viehfutter

Ah, der Regen heute Nacht hat mir und der Natur gut getan… und wie die Regentropfen auf und an den Blattränder glitzern! -

 

Aber, was ist denn das?

Ein schwarzer Regentropfen?

Hm… mit Beinen?

Das muss wohl einer der Wiesenhelden sein.

 

„Tja, ob ich wirklich ein Wiesenheld bin, ist so eine Sache. Die Menschen denken nicht sehr gut über mich.“

 

 

„Wieso denn?“

„Weil ich ein Dickmaulrüssler bin. Ich als erwachsener Käfer knabbere gerne frische Knospen und Blätterspitzen. Meine Kinder, die Larven leben in der Erde und haben die Wurzeln von Pflanzen zum Fressen gern.“

 

„Oh, das kommt mir bekannt vor. Bei den Schnecken gibt es auch viele,

die bei den Menschen unbeliebt sind, und dennoch machen sie nur

ihre Arbeit. So wie es die Natur vorgesehen hat.“

„Ja, so schlecht finde ich mich auch nicht. Ein paar wenige von uns bringen die Pflanze dazu widerstandsfähiger zu werden, mehr Wurzeln auszubilden und mit mehr Kraft auszutreiben… nur, wenn es zu viele von uns gibt, dann kann es zu Problemen kommen.“

 

Ist doch im Grunde bei den Menschen genauso. Sind zu viele Menschen auf einem Haufen, dann gehen sie schlechter mit einander um und vor allem die Natur leidet sehr unter den Zerstörungen, die dieser flügellose Zweibeiner anrichtet.

 

„Du hast aber doch bestimmt Fressfeinde?!“

„Klar, die hat hier jeder. Vor allem die Larven, aber von den Tierchen, die meine Larven fressen gibt es immer weniger. Das sind nämlich viele Mückenlarven und auch Wespenarten.“

„Ja, leider sind viele Insektenstämme für die Menschen böse. Gibt es einen Fressfeind, den die Menschen nicht als schlecht ansehen?“

„Die gibt es und die sind sehr klein! Es sind die Fadenwürmer.“

„Aber die sind ja meist gerade mal 1 mm lang, viele sind sogar noch kleiner. Und deine Larven sind bestimmt um einiges größer.“

„Klar, selbst unsere Eier haben in etwa die Größe von

einem der längsten Fadenwürmer.“

„Aber, wenn die so klein sind, wie können die euch dann überhaupt fressen?“

„Von Fressen hab ich nichts gesagt.

Das überlassen diese Mini-Würmer anderen.“

„Wie machen die das denn?“

„Sie dringen in Körperöffnungen ein und geben dann Bakterien ab, mit denen sie in Gemeinschaft leben. Genau genommen, züchten sie die Bakterien wie die Menschen ihr Weidevieh, um sich von ihnen zu ernähren. Und meine Larven sind dabei im Grunde nichts anders

als nahrhaftes Viehfutter!“

 

Interessant, wie viele Parallelen es zwischen dieser Käferart, deren Fressfeinden und Euch Menschen gibt!

Und vor allem sagt mir das eins: Fadenwürmer werden auch gerne von einigen Wiesenhelden gefressen. Es gilt ja fressen und gefressen werden – damit müssen wir alle hier klar kommen!

Außerdem könnt Ihr Menschen hier gut erkennen, dass man selbst Bad-Boys, wie Ihr diesen Rüsselkäfer wohl nennen würdet, nicht unbedingt mit Chemie bekämpfen muss.

 

„Und wie funktioniert eigentlich bei Euch die Fortpflanzung? -

Bei uns Schnecken sind ja alle Zwitter, wir sind sowohl Männchen,

als auch Weibchen, und wenn wir Kinder haben wollen, suchen wir

einfach nur nach einer anderen Schnecke unserer Art.“

„Das geht bei uns viel einfacher. Wir sind alle Weibchen! Und wir

brauchen keinen anderen Käfer dazu. Wenn nur einer von uns irgendwo

in ein anderes Land mit hin getragen wird, können wir direkt einen

riesigen Käferstamm aufbauen. Wir legen bis zu 1000 Eier –

darin sind wir ein echtes Supertalent!“

„So viele? Das ist ja der Wahnsinn! Dann habt ihr zudem

auch viel mir den Blattläusen gemeinsam.“

„Nicht nur! Es gibt einige Käferarten, wie zum Beispiel die Marienkäfer, die können sich im Frühjahr auch ganz ohne Männchen, fortpflanzen und Kinder bekommen!“

 

Wenn Ihr mehr über natürliche Schädlingsbekämpfung wissen wollt:

www.fruchtfliegen-info.de/nematoden-zur-biologischen-schaedlingsbekaempfung/

 

 

 

Wir können übrigens nicht fliegen, sind aber gut zu Fuß – genauso wie Ihr Menschen!

(Wenn ich Angst habe, ziehe ich 

wie hier meine Fühler ein!) 

 

Normalerweise schlüpfen wir Käfer erst so Mai oder Juni. Doch das Wetter war in den letzten Wochen so warm, da ging die Verwandlung von Puppe zu Käfer viel schneller!

Ich werde so knapp 1 cm lang!

Der Pflanze sieht man an, wenn zu viele Käfer- und Larven an ihr fressen.

Weitere Infos findet Ihr hier: www.stadtbaum.at/cpag/110.htm

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!