Einmal gut verbiegen und drohen!

Für eine Schnecke ist dieses Wetter ideal, angenehm kühl, aber nicht zu kalt und der Himmel voller Wolken mit ein wenig Sprühregen – es könnte nicht besser sein!

Oho, wen hab ich den hier entdeckt beim Fressen. Der Form nach könnte es ein Ohrwurm sein…

 

„Tut mir leid, aber ein Ohrwurm bin ich nicht. Die sind mit den Schaben und Heuschrecken verwandt. Ich aber bin ein Kurzflügler und gehöre dem Stamm der Käfer an.“

„Käfer? So schmal? Und wo sind die dicken Flügeldecken,

die ich sonst so bei den Käfern gesehen habe?“

„Die sind etwas kürzer geraten. Genauer gesagt haben die sich zurück gebildet – sind also quasi nur noch um den Schulterbereich. Auf diese Weise bin ich beweglicher, als andere Käfer. Mein Hinterteil besteht aus gut beweglichen 10 Teilstücken. Ich komme so an Orte, die diese nicht erreichen können. Und vor allem, kann ich mein Hinterteil so richtig schön rund nach oben biegen wie ein Skorpion - und das macht

so manchem Angreifer Angst.“

 

„Ah, du kannst also mit deinem Körper drohen – stimmt, das kann ein Ohrwurm nicht. Gibt es noch mehr Käferarten, die das können?“

„Ja, alle die zu den Kurzflüglern gehören. Da gibt es schon verschiedene Unterstämme. Ich gehöre zur Gattung Philonthus. Dann gibt es zum Beispiel noch den Uferkurzflügler, der ist schwarz und rot gefärbt und etwas kleiner als ich, so 8 mm – ich bin 12 mm lang. Er kann zusätzlich noch eine ätzende Flüssigkeit abgegeben, wenn ihm ein Fressfeind zu nahe kommt. Am gefährlichsten ist der Schwarze Moderkäfer. Er sieht mir sehr ähnlich, ist nur noch etwas schwärzer und fast dreimal so lang wie ich: also knapp 3 cm. Neben der übelriechende Flüssigkeit hat er richtig große Kneifzangen an seinem Maul. Mit denen kann er sogar einen Menschen beißen und das soll sehr schmerzhaft sein, hab ich gehört.“

 

„Ui, dem möchte ich auch nicht zu nahe kommen.“

„Das würde ich dir als Schnecke auch raten. Denn auch Schnecken und Regenwürmer gehören beim Moderkäfer auf den Speiseplan. Er ist ein emsiger Räuber und hat immer großen Hunger.“

„Aha… und wie ist das so bei dir?“

„Klar, hungrig bin ich auch immer. Und ein Jäger bin ich ebenfalls – mache aber nur jagt auf kleine Insekten. Vor allem der von den Menschen an den Obstbäumen so gefürchtete Frostspanner gehört auf meinen Speiseplan. Ansonsten fress ich an toten Tieren und mag faulende Pilze.“

 

„Zeigst du dich eigentlich immer so öffentlich?

Also, dass man dich gut sehen kann?“

„Nein, nur wenn da etwas für mich leckeres zu finden ist. Ich lebe eigentlich am Waldrand, genauer im Laub und auf dem Moos –

auch unter Steinen fühle ich mich wohl und ein kleineres Gewässer

sollte schon in der Nähe sein.“

 

„Oh ja, feuchte Biotope sind schon was tolles.

Da fühle ich mich als Schnecke auch sehr wohl.“

 

 

Und wenn ihr über den Schwarzen Moderkäfer mehr wissen wollt,

schaut doch hier mal rein:

www.donauauen.at/nature/fauna/insects/kaefer-schwarzer-moderkaefer/17464

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!