Knusper, Knusper Holzig

Ach ist das schön, durch die Lüfte zu fliegen. Vor fünf Tagen bin ich endlich aus meinem engen Puppenkokon geschlüpft, in dem ich viele Wochen zugebracht hatte…

Bin mal gespannt, wenn ich so kennen lernen werde, als Schmetterling!

 

Hm, ist das da unten auf dem Blatt jetzt ein Ministück von einem Stück Baumrinde oder so etwas? Nein! Da sind ja Fühler dran und die bewegen sich. Also gleich mal näher ran fliegen und heraus finden, um welchen Wiesenheld es sich handelt… so klein wie der ist, so knapp 5 mm, dürfte er mir ja nicht gefährlich werden.

 

„Ich zähle zu den Bockkäfern. Mein Stamm wird

Dorniger Wimpernbock genannt.“

„Das passt zu deinem Aussehen. Die Erhebungen auf deinen Außenflügeldecken wirken wie kleine Dornen und an manchen Stellen sind Haare, die beinah wirken wie die Wimpern bei den Augen der Menschen! - Aber wie kommt es zu dem Bock im Namen? Seid ihr sehr stur und bockig?“

„Nein, damit hat das nichts zu tun. Alle Käfer, die zu den Bockkäfern zählen, haben einen schlanken Körper und sehr, sehr lange Fühler –

diese haben den Menschen an einen Steinbock erinnert. Tja, und so

kamen wir dann zu diesem Namen!“

 

„Deine Fühler sind wirklich sehr lang, größer als dein ganzer Körper.

Kannst du damit überhaupt fliegen?“

„Oh, wir Bockkäfer sind gute Flieger. Und meine Fühler gehören noch

zu den kürzesten. Da gibt es zum Beispiel den Zimmermannsbock:

Die Fühler der Männchen werden 10 cm lang und haben somit

die 5-fache Größe ihres Körpers!“

 

„Sind alle aus der Familie der Bockkäfer so klein wie du?“

„Nein, die meisten sie größer als ich. Es gibt in Brasilien den Riesenbockkäfer und der wird sogar 17 cm lang. Hier in Europa sind die größten allerdings nur so knapp 5 cm lang.“

 

„Wow, das ist ja der Wahnsinn!

Von was ernährt sich dein Stamm denn?“

„Die Larven entwickeln sich in Totholz von Buche, Eiche und Ulme… aber auch andere Baumarten sind denen recht, die sind nicht so wählerisch wie manch anderer Wiesenheld. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Stämme und Äste noch Rinde tragen, also nicht zu lange tot sind. Je nach Temperatur leben die Kleinen 1 oder 2 Jahre dort und fressen sich satt, bis sie sich bereit fühlen, sich endlich zu verpuppen. Ich hab mich schon im Herbst verpuppt und zum Käfer entwickelt, bin aber bis zum Frühjahr dann im meiner Puppenwiege geblieben. Tja, und nun als Erwachsener bin ich auf der Suche nach Blüten.“

 

„Das heißt also ihr seid von Kindesbeinen an Vegetarier?“

„Ja, als Kinder fressen wir Holz – wir haben gute Beißerchen, und später eben Nektar, auch mal Pflanzensäfte. So, und nun werde ich mich wieder an die Partnersuche machen. Viel Zeit hab ich ja nicht dafür!“

„Wieso?“

„Wir leben nur so knapp 1 Monat und bis dahin muss für den Nachwuchs gesorgt sein! Also dann!“

 

Und ich werd dann auch mal wieder weiter fliegen und die Freiheit genießen!

Ich wünsch Euch  noch einen guten 1.Mai.

Bis Übermorgen

Euer Linus von Lieblich!

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!