Was wie ein Käfer aussieht, muss kein Käfer sein!

Bei meinen Ausflügen über die Wiese habe ich diese Woche schon einiges gelernt. Vor allem die Bockkäfer finde ich sehr interessant!

Und oh, dieser Wiesenheld da auf dem Blatt ist zwar sehr klein, aber er hat einen ähnlichen Rücken wie der Kleine Zangenbock, dem ich gestern begegnet bin. Und außerdem weiß ich, dass es Bockkäfer in sehr unterschiedlichen Größen gibt. Und mein erster Bockkäfer war auch nur so klein wie dieses Tierchen, knapp 5mm. Es fehlen zwar die Fühler, aber gestern hab ich gelernt, dass ein Bockkäfer auch kleine Fühler haben kann – also warum sollte es hier nicht so sein?

 

„Nein, ich gehöre nicht zu den Bockkäfern!

Nicht einmal zur Familie der Käfer!“

„Echt? Dein Körper erinnert aber irgendwie daran.“

„Tja, ein Käfer hat starre und dicke Flügeldecken. Darunter liegen die eigentlichen Flügel mit denen er fliegt. Bei mir sind das die Flugflügel, die ich zusammen gefaltet auf meinem Rücken trage. Ich gehöre übrigens zu den Rundkopfzikaden, mein Stamm heißt „Wiesenschaumzikade.“

 

Ah…. Alby hatte im letzten Jahr ein Schaumzikaden-Kind interviewt:

wiesenhelden.jimdo.com/2017

 

 

„Schaum? Seid ihr Schaumschläger?“

 

„Könnte mann schon sagen. Unsere Kleinen erzeugen um sich herum eine Schutzhülle aus unzähligen Schaumblasen, die sie aus dem Pflanzensaft machen, den sie aus ihrer Futterpflanze saugen.“

 

„Und wie sehen eure Kinder aus?

Sind es Larven, die wie Raupen aussehen?“

„Bei den Käfern ist das so, aber nicht bei uns. Da sehen die Kleinen im Grunde genauso aus wie wir erwachsenen. Nur die Flügel sind noch kleiner oder kaum zu sehen. Im ersten Stadium sind sie orange, im zweiten Gelb, und im dritten Stadium gelbgrün, im vierten dann grünlich und im fünften haben sie das letzte Larvenstadium erreicht. Wenn sie dann ihre Außenhaut abschälen sind sie erwachsenen.“

 

„Wo lebt eure Familie so?“

„Wir sind sehr Anpassungsfähig. Wir brauchen nicht groß zu suchen, wir kommen mit vielen Pflanzen zurecht, deren Saft wir trinken. Nur sollte es nicht zu feucht oder zu trocken sein.“

 

„Wer gehört denn zu euren Fressfeinden?“

„Oje, vor allem Vögel sind ganz scharf auf uns. Insbesondere,

wenn sie gerade Nachwuchs haben. Aber auch Spinnen und Käfer

haben uns zum Fressen gern!

 

„Habt ihr ein Supertalent?“

„Oh, die Männchen aus unserer Gattung sind gute Musiker. Sie trommeln auf ihren Körper und erzeugen auf diese Weise eine Art Zirpgeräusch. Außerdem sind wir Weltmeister im Hochsprung. Trotz unserer geringen Größe von knapp 7 mm können wir 700 mm hoch springen!“

„Wahnsinn! Seid ihr dann mit den Heuschrecken verwandt?“

„Nein, die sind eher so etwas wie Großonkels. Die Blattläuse

stehen uns da schon näher und auch die Wanzen.“

 

„Warum habt ihr keine Fühler?“

„Die brauchen wir nicht, wir müssen nie weit reisen, um eine Fresspflanze zu finden oder einen Partner. Dafür haben wir allerdings überall auf unsrem Körper spezielle Sinneszellen, die die Schwingungen der Pflanzen und die des Windes gut erfassen können. Und wir haben wirklich gute Augen mit denen wir sogar Farben sehen können!“

 

Das Zirpen einer Schaumzikade ist für Euch Menschen nicht zu hören. Die große Zikade in Asien dagegen kann sehr laut musizieren.

Also dann bis nächsten Montag!

Euer Linus

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!