Das Blau des Himmels

Na, so etwas! Da hat eine Pflanze doch glatt das Blau des Himmels eingefangen – in wunderschönen kleinen Blüten. Wie die wohl heißen?

 

„Ehrenpreis nennen uns die Menschen. Es gibt uns in 450 verschiedene Arten, überall auf der Welt. Wir zählen zu den Wegerichgewächsen und sind damit Bedecktsamer.“

 

„Oho, am Montag habe ich gehört, dass der Sauerklee zu dieser Sorte gehört. Also ist in der Mitte deiner Blüte, um den die Blütenblätter wachsen,

also der Blütenstempel, in dem wie in einer Geschenkschachtel

später alle Samen drin sind.“

„Die Kapselfrucht von uns Ehrenpreis-Pflanzen ist auch was besonderes! Sie hat eine dreieckige Form, die manchmal sogar aussieht wie ein Herz.“

„Oh wow! Das ist ja wirklich etwas außergewöhnliches! Und diese Streifen auf den Blättern, haben die eine besondere Bedeutung?“

„Aber sicher doch! Da unsere Blüten recht klein sind und wir meist nur 10 bis 20 cm hoch wachsen, müssen wir uns etwas einfallen lassen, damit die Insekten uns gut sehen und zu uns finden. Und dabei helfen diese Streifen und die hellweiße Färbung in der Mitte unserer Blüte. Diese Merkmale ziehen Bienen, Schwebfliegen und kleinere Schmetterlinge magisch an! Und wi haben noch mehr Geschenke, die wir zu geben haben.“

 

„Aha... dann bist du bestimmt eine Heilpflanze!“

„Schon recht früh haben die Menschen unsere Talente entdeckt.

Schon vor fast 900 Jahren wurden wir sogar als Allerweltsheil bezeichnet. Wir sind gut für die Verdauung, bei Atemwegsproblemen oder Hauterkrankungen. Ein Teeaufguß mit unseren Blättern wirkt

auch gegen Juckreiz und bei Geschwüren.“

 

„Toll! Was haben denn die Menschen damals noch über euch gesagt?“

„Wir wurden auch schon Gewitterblümchen genannt, weil sie glaubten dass durchs Abpflücken Regen oder Gewitter aufkommen würde.“

„Und, könnt ihr machen, dass es regnet?“

„Natürlich nicht! Wir sind ja nur eine Pflanze. Damit es regnet oder gewittert, braucht es viel, viel mehr! Vor allem sehr viele Pflanzen, gar einen ganzen Wald. Und natürlich muss die Luft auch eine gewisse Feuchtigkeit enthalten. Wenn es zu trocken ist wie in einer Wüste, dann schafft dass auch kein noch so große Pflanzengemeinschaft. Zumal sowieso die meisten Pflanzen dann vertrocknet wären.“

 

„Ich hab diese Woche auch gelernt, dass es Pflanzen gibt, die erkennen, wann es Regen geben wird. Schließt ihr bei Regen eure Blätter wie diese Pflanzen?“

„Nein, das brauchen wir auch nicht! Die meisten Pflanzen wachsen höher und ihre Blätter schützen unser Blüten im Grunde vor dem Regen. Aber der Regen ist für uns auf andere Weise wichtig. Denn die Feuchtigkeit des Regens ist sozusagen der Türöffner, damit die herzförmige Geschenkverpackung aufbricht und die Samenkörner heraus fallen können. Und beim Langblättrigen Ehrenpreis, der an Bächen wächst, trägt dann das Wasser die Samen zu neuen Ufern.“

 

Wenn Ihr mehr wissen wollt:

www.wildpflanzenliebe.wordpress.com/wildpflanzenportraits/ehrenpreis/

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!