Nur nicht stolpern


Ui…. gerade mal nicht aufgepasst und schon bin ich von meinem Blattstil runter gefallen, und zum Glück recht weich gefallen: Auf eine Löwenzahnblüte – huch, da sitzt ja schon jemand drin und starrt mich an. Der will mich doch wohl nicht fressen?

Äh… aber irgendwie sehen diese Augen recht merkwürdig aus. Eigentlich der komplette Kopf… und wo ist denn der Mund? Schläft das Tierchen etwa?

 

„Hach, musst du mich gerade stören? Ich war gerade so vertieft

im Nektar schlürfen. So ein Löwenzahn hat doch den

allerfeinsten Nektar weit und breit.“

 

„Oho, dann ist das gar nicht dein Kopf hier?“

„Nein, du sprichst gerade mit meinem Hinterteil. Doch das ist Absicht! Auf diese Weise schnappt sich der Angreifer den falschen Kopf und es ist einfacher zu entkommen, wenn der eigentliche Kopf frei ist.“

 

„Interessant, einige Raupenarten machen das auch so. Sie präsentieren ihr Hinterteil, das oftmals aussieht, als wäre es der Kopf von einem größeren Tierchen. Und ich muss sagen, irgenwie sieht der falsche Kopf an deinem Hinterteil auch aus, als gehöre er einem größeren Tier.“

„Das ist der andere Teil der Abschreckung!“

„Das klingt, als könntet ihr euch nicht verteidigen. Ich als Raupe aus

dem Stamm der Ritterfalter kann das sehr wohl. Mit Hilfe meines Stinkegabel, die ich am Kopfhinterteil ausfahren kann.“

 

„Wir sind friedliche Wiesenhelden und eher träge und faul.

Wir haben nur das Naschen und Bestäuben im Kopf.“

 

„Wie nennt sich dein Stamm?“

„Also ich stamme aus der Familie der Blatthornkäfer, genau wie der bekannte Maikäfer. Wir haben die selben schönen gefiederten Fühler. Mein Stamm wird Stolperkäfer genannt – nun ja, wir sind eben keine guten Bodenkrabbler, sieht etwas lächerlich aus, wenn wir es versuchen.“

 

„Als Erwachsene seid ihr Blütenbesucher, wie ist das mit eurem Nachwuchs?“

„Nun, die leben meist in Totholzstämmen und verarbeiten diese sozusagen zu Kleinholz, genauer zu einer Art Humuserde in ihrem Bauch. Und wenn dann die Zeit kommt, da das Überwintern und Verpuppen ansteht, buddeln und krabbeln sie sich dann in die Erde hinein.“

 

„Gibt es noch eine Besonderheit unter den Blatthornkäfern?“

„Nun, manche sind allein lebend und überlassen ihre Kinder sich selbst, andere sind sozusagen Familientiere und bleiben immer

in der Nähe von ihrem Nachwuchs.“

 

Im Gegensatz zum Maikäfer, der um die 30 Millimeter groß wird, ist der Stolperkäfer eher halb so groß wie der Junikäfer – der Gerippte Brachkäfer (14 bis 18 Millimeter). Er wird so zwischen 6 und 11 Millimeter groß.

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!