Ein Stechstachel als tödliches Mundwerkzeug

Hm, was spüre ich denn da mit meinem Körper für sonderbare Musik? Recht dunkel und dumpf sind diese Töne… sehr merkwürdig.

Wo kommen diese Laute nur her und wer erzeugt diese?

Da sollte ich mich doch als Reporterin dort hin begeben… Schnecke-Schnack-Schnecke-di-Schnak

Also irgendwie erinnern mich diese Klänge an Zirplaute, sind nur eben viel dunkler im Klang. Ob da irgendwo ein Wiesenheld aus dem Stamm der Heuschrecke sein Lied für ein Weibchen spielt?

Wenn ja, dann ist er kein guter Musikant. Ich hab schon viel bessere Zirp-Musik gehört. Außerdem klingt es eher unheimlich, so tief wie diese Töne da in meinen Muskelkörper eindringen… bis hinein in den hintersten Winkel meines Schneckenhauses.

Oha: Was sitzt denn da so Rot und Schwarz? Er ist auf jeden Fall recht groß, knapp 15 Millimeter würde ich sagen… sein Körper ist recht starr - etwa ein Käfer?

Nein, dafür ist er zu platt. Ihm fehlt die typische Käferform… aber, doch genau! Von diesem Tierchen gehen die Töne aus. Aber zum Stamm der Heuschrecken gehört dieser Wiesenheld auf gar keinen Fall!

Aha, jetzt hat er mit seinem Konzert aufgehört.

 

„Ich bin eine geringelte Mordwanze

und gehöre zu den Raubwanzen.“

„Ui… du willst mich doch nicht etwa fressen?“

„Nein! Schnecken sind mir viel zu zäh. Ich mag nur Insekten! Genauer die Larven davon. Am liebsten Raupen und Blattkäferlarven.“

 

„Warum hast du vorhin Musik gemacht?

Wolltest du ein Weibchen anlocken?“

„Nein, ich bin doch kein Grashüpfer, der vor lauter Romantik seinen Fressfeinden verrät, wo er gerade sitzt.“

 

„Warum hast du dann gezirpt?“

„Da war ein anderes Männchen in mein Revier eingedrungen. Mit diesen Tönen hab ich ihm klar gemacht, wer hier das sagen hat. Und es hat funktioniert, er hat das Weite gesucht.“

 

„Und wie erzeugst du diese Laute?“

„Hier mit meinen langen Rüssel!“

„Wow, der ist ja wirklich lang, mindestens die halbe Körperlänge von dir.“

„Ja, damit fresse ich auch meine Beute, oder verjage einen Gegner, in dem ich den Rüssel hin und her bewege unter meinem Bauch. Denn dort unten gibt es eine Art Rinne mit geriffelter Oberfläche, wenn ich dort drüber streiche, klingt das so ähnlich wie bei Grashüpfern. Sie streichen mit ihren Hinterbeinen über die Flügel. Die Flügel sind glatt und die Beine haben eine Art starre Härchen, die dadurch in Schwingung geraten.“

„Ah, so ähnlich wie ein Geiger oder ein Gitarrist bei den Zweibeinern.“

„Ja, das könnte man durchaus damit vergleichen.“

 

„Aber wenn du ein Raubtier unter den Wanzen bist, wo sind deine großen Greiferzangen, wie sie unter anderem Ameise, Wespen oder Käfer haben?“

„Die brauche ich nicht. Mein Rüssel, das Rostum, funktioniert wie

ein kleiner Speer. Die Spitze ist so beschaffen, dass ich den Körper

meines Futtertierchen regelrecht aufspießen kann! Tja, und dann

bekommt es meinen Verdauungssaft gespritzt!“

„Iiehh!“

„Du bist aber ein empfindlicher Reporter…

hast du etwa noch nie eine Spinne interviewt?“

„Äh, nein. Ich nicht! Nur Alby von Tanzfroh hat das schon öfter gewagt.“

„Tja, das haben wir Raubwanzen mit den Spinnen eben gemeinsam. Wir haben beide keine Zähne und können nur Saft trinken – die Pflanzensauger unter uns Wanzen nutzen ihren Rüssel, um die Blätter und Stängel anzupicksen. Im Gegensatz zu unserer Mahlzeit ist deren Zapfstelle schon mit fertiger Flüssigkeit gefüllt. Sie brauchen nur zu trinken. Wir müssen vorher noch dafür sorgen, dass das Tierchen gelähmt und dann zu Suppe verarbeitet wird, die wir aufschlürfen können!“

 

 

Die Wanzen sind recht gut daran Laute zu erzeugen. Ein Wanzenstamm ist sogar sehr laut und nutzt noch was ganz anderes zum Musizieren, als das Mäulchen....

Wenn Ihr mehr wissen wollt, schaut doch hier nach:

www.hna.de/welt/dieses-tier-lautesten-penis-welt-1304314.html

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!