Na, so was – ein Sackträger!

Ein Männchen aus der Gattung erkennt ihr an den gefiederten, großen Antennen.
Ein Männchen aus der Gattung erkennt ihr an den gefiederten, großen Antennen.

Hm, ich könnte schwören, dass da an diesem Holzteil ein kleines Tierchen gelandet ist… nur ich kann keines sehen.

Oh, jetzt spüre ich einen leichten Windzug. Es muss ein Schmetterling sein, der seine großen Flügel bewegt hat.

 

Nun ja, als Schnecke bin ich ja sowieso nicht so gut, was das Sehen angeht… vermutlich ist es ein Schmetterling, der diesem Holz-Untergrund sehr ähnlich sieht. Ach, ich frag einfach:

 

„Ja, ich bin ein Schmetterling. Ein recht kleiner Falter sogar,

ich gehöre zu den Sackträgern, mein Stamm wird Kleiner Rauch-Sackträger genannt – wegen meiner Flügelfarbe und

weil ich nur knapp einen Zentimeter messe.“

 

„Du klingst irgendwie sehr müde. Bist du die ganze Nacht geflogen?

Wenn ja, dann solltest du dir lieber etwas zu fressen suchen, anstatt dich hier her zu setzen. Dort trüben sind sehr schöne Blüten,

ich kann ihren Duft bis hierher riechen!“

„Danke für die Anteilnahme, aber wenn unsere Art aus der Puppenhülle geschlüpft ist, essen wir nichts mehr. Ich bin vor drei Tagen geschlüpft und hab meinen Dienst auch schon getan.“

„Das heißt, du hast für Nachwuchs gesorgt?“

„Ganz genau!“

 

„Aber wieso esst ihr als Schmetterlings nichts mehr.

Auf diese Weise könnt ihr doch nicht lange überleben!“

„Bei unserem Stamm geht es nicht um das Fliegen an sich.

Das Raupendasein ist hier besonders wichtig. Mein größere Verwandter, der Große Sackträger, lebt sogar volle zwei Jahre als Raupe.

Und die Weibchen verwandeln sich nicht mal in einen flugfähigen Falter. Sie bleiben im Grunde immer eine Raupe, auch wenn sie sich verpuppen, um erwachsen zu werden. Das Erwachsen sein bei uns hat nur den einen Grund: Neue Eier zu legen und sie zu befruchten.“

 

„Aber ein Weibchen zu finden, in so kurzer Zeit…

das stelle ich mir recht schwer vor.“

„Warum glaubst du wohl, hab ich so große, gefiederte Antennen?

Die Weibchen erzeugen ein Parfüm, das wir dann mit unseren

Fühlern aufspüren. Dann fliegen wir direkt diesem Duft nach.“

 

„Hm, das führt mich zur nächsten Frage:

Wieso nennt man Euch denn Sackträger?“

„Weil wir für unseren Raupenkörper immer einen Sack bauen.“

„Ah, das erinnert mich an die Langhornmotten, die ich vor kurzem interviewt habe. Die erzählten auch, dass die kleinen nachdem sie lange in den Blättern gewohnt und gefressen hatte, anschließend heraus kämen und sich

aus Blättern eine Art Schlafsack bauen.“

„So ähnlich ist es auch bei uns. Nur, dass wir darin geradezu Meister sind. Je nach Art verarbeiten wir die unterschiedlichsten Materialien:

Gräser, Tannennadeln, Holzstücke. Wenn die Menschen eines unsere Säckchen finden, sind sie immer sowas von begeistert!

Kein Wunder, denn diese verweben wir zu einem kunstvollen, sehr stabilen Kokon, der immer ein Stück größer wird. Der vom Großen Sackträger ist sogar 20 mm lang, obwohl die Raupe maximal 16 mm groß wird -

und der Kopf, sowie das Vorderteil mit den Beinen heraus schaut.

Die Weibchen suchen sich für ihren Sack möglichst feine Pflanzenstückchen, wogegen wir Männchen lieber die größtmöglichen Materialien sammeln. Denn das Säckchen soll sehr imposant aussehen!“

 

 

 

Wenn Ihr mal solche Säckchen oder weiter Fotos von diesem kleinen Sackträger sehen wollt, dann schaut doch hier mal rein: http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Psyche_Casta

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!