Die Regenwürmer unter den Käfern

Für die nächsten Wochen bin ich als Wiesenhelden-Reporter für Euch unterwegs – Linus Lieblich aus dem Stamm der Bläulinge.

Allerdings finde ich das Wetter im Moment nicht als besonders angenehm. Zu viele Wolken, recht kühl und teilweise ganz schön windig.

Da bleibe ich doch lieber mehr hier in den Büschen und schaue mich um. Bestimmt geht es noch mehr Wiesenhelden heute so wie mir.

Oho… stimmt, da sehe ich schon einen – und wow, dort hinten ist noch einer. Sie sehen sich sehr ähnlich. Nur dieser Käfer hier hat ein dickeres Hinterteil. Womöglich ein Weibchen.

Und das andere könnte ein Männchen sein. Soweit ich es erkennen kann, hat es auch längere Fühler, was zudem ein Zeichen für ein Männchen ist. Denn deren Riechorgan, die Fühler, müssen ja den Weibchen auf die Spur kommen können. Wie sonst sollten wir uns hier im Wiesenreich so finden?

Nun ja, während die einen eine Duftspur versprühen, gibt es natürlich auch Musikanten, die ein Weibchen mit Musik anlocken oder wie die Leuchtkäfer, sind es die Weibchen die ein Lichtsignal senden und sich so von den Männchen finden lassen.

 

Beide Käfer hier könnten, die Fühler nicht mitgerechnet, knapp ein Zentimeter lang sein. Und ihre Flügel, ui die sehen ja echt haarig aus. Meine dagegen tragen Schuppen – was mir ein gutes Fliegen erst ermöglicht. Und wenn man es genau nimmt, sind meine Schuppen nur umgebildete Haare. das hat Mutter Natur so gemacht, damit wir besser fliegen können!

 

 „Ich gehöre zu den Gewöhnlichen Wollkäfern aus der Familie der Schwarzkäfer. Und wie du richtig erkannt hast, bin ich ein Weibchen. Der Käfer dort unter mir war übrigens meine Verabredung von heute Morgen.“

„Bist du ein Wiesenbewohner?“

„Och, also ich mag gern Waldränder, aber Wiesen,

Hecken und Bachläufe finde ich auch sehr schön.“

 

„Wie lange bist du schon ein vollwertiger Käfer?“

„Also, es ist noch nicht so lange her, dass ich meine Verpuppung

verlassen habe. Wir Wollkäfer überwintern als Raupe in einer Art Starre, dann erst im Frühjahr verpuppen wir uns. Und ich werde mich

auch gleich aufmachen zur Eiablage.“

 

„Wo lebt denn euer Nachwuchs?“

„Unsere Kinder, die leben im Bodenstreu. Sie fressen gerne verrottendes Pflanzenmaterial. Sind sozusagen die Regenwürmer unter den Käfern.“

 

„Wie viele Eier werden es denn werden?“

„Meist legen wir so 40 bis 60 kleine, glatte Eier,

die eine weißgelbliche Färbung haben.“

„Gibt es einen Unterschied in der Verdauung zwischen Regenwürmern

und euch? Denn schließlich ist ein Käfer ein ganz anderes

Tierchen als ein Regenwurm.“

„Auf jeden Fall. Unser Darm ist kürzer und braucht Hilfe dabei,

um pflanzliche Nahrung verdauen zu können - vor allem als Erwachsener. Daher haben wir einigen Mikroorganismen erlaubt

bei uns im Darm zu wohnen. “

 

Wahnsinn! Da haben ja die Wollkäfer mit Euch Menschen etwas gemeinsam. Denn auch Ihr habt kleine Helfer im Darm, die Euch ermöglichen Pflanzen essen und verwerten zu können. Ohne sie würden wichtige Nährstoffe fehlen und Ihr würdet glatt verhungern! - Habt Ihr das gewusst?

 

Also dann bis Morgen

Euer Linus Lieblich

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!