Was stinkt denn da so schauerlich?

Ui, was stinkt denn hier so unangenehm? Das ist ja so was von nicht mein Duft!

Am besten ich flieg gleich weiter. Aber Moment Mal! Da schimmern ja große Schmetterlingsflügel in einem herrlich dunklen Blau! - Also das muss ich mir näher anschauen, egal wie grauenvoll es stinkt. Wenn dieser Schmetterling davon angezogen wird, muss er schon ein recht außergewöhnlicher Wiesenheld sein!

 

„Ich gehöre zu den Kleinen Schillerfaltern.“

„Klein? Du bist ja riesig im Gegensatz zu mir.

Bestimmt doppelt so groß wie ich.“

„Der Große Schillerfalter ist nicht viel größer. Er kann bis zu 70 Millimeter Flügelspannweite haben und wir bis zu 60 Millimeter. Allerdings hat er nur auf den Hinterflügeln diese roten Kreise. Wir haben sie auf allen Flügeln.“

 

„Was schlürfst du da eigentlich? Das stinkt ja furchtbar.“

„So? Für mich duftete es lecker! Besser als jede Blume.“

 

„Ui! Dann magst du wohl keinen Nektar?“

„Nein. Wir Schillerfalter-Männer mögen es gerne deftig! Wir sind keine Süßmäuler wie die meisten Schmetterlingsstämme. Das hier ist leckeres Aas! Obwohl unsere Weibchen neigen dazu sich was anderes zu gönnen. Sie naschen gerne mal den Honigtau der Blattläuse oder nehmen alkoholische Drinks zu sich.“

„Wie geht denn das? Hier gibt es doch keine Bars und

Kneipen wie bei den Menschen.“

„In der Natur vergären die Früchte – ganz ohne das Zutun der Menschen. Wenn die Früchte Überreif sind und es gut warm ist, verwandelt sich ihr Saft schnell in Alkohol.“

„Aha, aber das Teil da vor dir sieht gar nicht wie Aas aus? Viel zu klein dafür.“

„Wir schlürfen zwar auch vom Saft verwesender Säugetiere und Reptilien. Doch das hier sind tote Fliegen-Larven. Vermutlich beim letzten Regen ertrunken und nun bei dem Wetter haben sie angefangen zu faulen.“

 

„Igitt! Und so was

schmeckt dir, echt?“

„Klar doch. Aber es dürfen auch mal Urin oder Kot sein. Pferdeäpfel sind auch recht schmackhaft.“

 

„Und mag euer Nachwuchs

ebenfalls so ekliges Zeug?“

„Nein, die fressen wie die meisten Raupen Pflanzen.“

„Aha und welche?“

„Am liebsten die Blättern der Bäume von Pappeln und Weide.“

Also ich halt den Gestank nicht mehr länger aus. Ich muss dringend wieder weiter fliegen, den Duft von Blumen schnuppern.

 

Wenn Ihr mal Weibchen und Raupen sehen wollt, hier findet Ihr mehr: www.schmetterling-raupe.de/art/iris_s.htm 

 

Je nachdem wie das Licht auf die Flügel fällt, schillernd die Flügel in dunkelblauer Farbe, ansonsten wirkt die Grundtönung eher schwarz. Das ist so ähnlich wie bei den CD's oder DVD's. Je nach Lichteinfall können diese in Regenbogenfarben schimmern, obwohl diese mit keiner dieser Farben angemalt sind.

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!