Rosen und Musik

Bei dem nassen Wetter bleib ich im Gebüsch. Da bin ich vor den Regentropfen sicher... mal sehen, wen ich hier so antreffen werde -

oha, wen habe ich denn da erspäht, der sieht aber toll aus. Sein Körper ist zwar nicht so stämmig, wie der der Eulenfalter von gestern, dafür auch sehr behaart – beinah wie ein Teddybär. Er hat knapp die gleiche Größe wie ich.

Und wow, erst seien Farbe! Herrlich orangerot und er hat so lange Vorderbeine. Bei den meisten Schmetterlinge sind ja die Vorderbeine stark verkürzt – sie dienen meist nur dazu, um die Augen und den Saugrüssel sauber zu halten. Von daher sieht es meist so aus, als hätten wir Schmetterlinge nicht 6 sondern nur 4 Beine – vielleicht habt Ihr das ja auch schon Mal beobachtet.

 

„Mein Stamm wird Rosen-Flechenbärchen oder Rosenmotte genannt.“

„Ach, dann gehörst du ja zu den Bärenspinnern. Ein toller Nachtfalterstamm! Viele von ihnen haben einzigartige Fähigkeiten. Und die Raupen sind ebenfalls alle stark behaart und sehen so was von kuschelig aus.“

„Unsere Raupen mögen zwar kuschelig aussehen, aber es sollte

niemand auf die Idee kommen, das zu tun. Wir tragen unser Haarkleid nämlich als Schutzanzug. Wer uns anfasst, bekommt gleich

eine Ladung von Brennhaaren ab – kein schönes Gefühl.

Und das wissen auch unsere Fressfeinde!“

 

„Magst du gerne Rosen, weil diese Blume in deinem Namen vorkommt?“

„Als Falter mag ich viele Arten von Blüten. Und als Raupe stehe ich mehr auf Flechten. Genauso wie das Gelbflechten-Bärchen. Und die finden sich überall, auf Bäumen, an Hecken, auf Zäunen oder an Häusern. Den Namen der Rose haben die Menschen uns wegen unserer Färbung gegeben.“

 

„Wie überwintert ihr?“

„Wie leben am liebsten auf Ästen von Laubbäumen und suchen uns gerne ein loses Rindenstück, darunter spinnen wir uns ein dichtes bräunliches Gespinnst, und um sicher zu gehen, dass kein Fressfeind ans während der Verpuppung fressen will, weben wir einige unsere Brennhaare sicherheitshalber in diese Umhüllung mit ein.“

 

„Wieviele Arten von Bärenspinnern gibt es eigentlich?“

„Ich glaube weltweit sind 11 Tausend Arten gezählt worden.

Viele von ihnen können sogar musizieren, was eine Fähigkeit ist,

die kaum ein Schmetterling beherrscht.“

 

„Ach, wie geht denn das und warum machen die ihre Musik?“

„Genauso wie Heuschrecken oder Wanzen an ihrem Körper Rillen besitzen, haben auch wir an einem Teil solche Rillen, die wir allerdings nur durch Muskelbewegung zum Klingen bringen. Das funktioniert ähnlich wie die Menschen ein und ausatmen mit ihrem Oberkörper. Tja, und die Musik erklingt nicht zum Spaß, sondern um die Fledermäuse zu irritieren. Denn diese Falter erzeugen mit ihrem Körper Ultraschall-Töne.“

 

Echt der Wahnsinn! Stellt Euch das mal vor, ihr könntet, je nach Bauchbewegung, rein raus … Musik machen – gar mit den Fledermäusen sprechen. So etwas finde ich echt faszinierend.

Bis Morgen Euer Linus

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!