In der Erde, auf dem Wasser und in der Luft


Die letzten beiden Tage hab ich ja echt pelzige Schmetterlinge kennen gelernt. Die Eulenfalter und Bärenspinner… bin mal gespannt, wen ich heute interviewen darf. Oho, welch kleiner Falter sitzt denn da auf einer kleinen Margerite und schlürft Nektar.

 

„Ich gehöre zu den Purpurroten Zünslern

und bin eigentlich ein Nachtfalter.“

„Aha, ist interessant, dass viele Nachtfalter auch am Tag unterwegs sind. Vermutlich sind aber deine Raupen dann nur nachts aktiv.“

„Genau! Aber, wenn sie in ihren zusammen gesponnen Blättern leben, ist es im Grunde egal. Darin sind sie gut geschützt gegen Fressfeinde.“

 

„Was fressen die Kleinen denn so?“

„Ackerminze, Wasserminze und Dost frisst

unser Nachwuchs am Liebsten.“

 

„Wenn die Blätter zusammen spinnen können, dann bauen die sich bestimmt auch einen Schutzkokon zum Überwintern, oder?“

„Klar doch. So ein Kokon aus Spinnseide hat viele Vorteile. Warum glaubst du wohl, nutzen die Menschen ebenfalls eine wollig Dämmung um ihre Mauern, die ähnlich locker und haarig beschaffen ist. Es gilt die Luft sozusagen einzufangen, um die Kälte damit fern zu halten.“

 

„Wo leben denn die Raupen aus der Familie der Zünsler so?“

„Einige leben an Land und fressen Blätter wie mein Stamm, andere leben im Wasser und an den Rändern von Seen, dort leben sie in den Stängeln von Wasserpflanzen. Und dann gibt es auch noch welche, die in der Erde leben und sich von Wurzeln ernähren. Einige leben allerdings auch in Kot oder in Nestern von Ameisen. Aber die meisten Arten sind gerne in de Blättern unterwegs und bauen dort ihre Tunnels – sie sind also Minierer.“

 

„Viele Nachtfalter und Raupen sind bei Menschen nicht sonderlich beliebt,

wie sieht das so bei euch Zünslern aus?“

„Nun, solange es genügend Fressfeinde gibt, die die Raupen daran hindern zu viele Pflanzenteile zu fressen, ist alles in Ordnung. Es gibt jedoch inzwischen leider auch Stämme, die sind von Außerhalb nach Europa eingewandert. Sie haben keine Fressfeinde hier und können daher zur Plage werden. Am meisten fürchten die Menschen den Buchsbaum-Zünsler. Aber sie sind selbst daran schuld. Sie sollten aufpassen, wen sie sich alles so ins Land hinein holen. Und nicht aus reiner Gier einfach alles raffen, was zu bekommen ist.“

 

Da muss ich dem Zünsler recht geben. Wenn Euch Menschen eine Pflanze gefällt, dann muss sie unbedingt mit in Euer Land genommen werden – ob sie dort gute oder schlechte Wachstumsbedingungen hat, ist dabei egal. Und da auf den Pflanzen auch Tiere leben, meist noch im Ei drin, können diese als blinde Passagiere in ein Land kommen, das dann für sie das reinste Paradies ist – ganz ohne Fressfeinde. Und so gerät das Gleichgewicht aus den Fugen.

Daher: Ihr müsst viel achtsamer mit allem umgehen! Nicht alles ständig ändern oder optimiere wollen. Einfach mal die Natur machen lassen – Mutter Natur weiß am Besten, was gut für ihre Kinder ist!

 

Dann bis Montag!

Euer Linus von Lieblich

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!