Kampf um Leben und Tod

Eben bin ich Zeuge von einem sehr gefährlichen Kampf geworden:

Da saß ein Spinne auf der Lauer und langsam war die kleine Wespe auf sie zu gekrabbelt. Vor Schreck hab ich kein Wort heraus bekommen – ich wollte die Wespe warnen, dass da ein Jäger auf der Lauer liegt und dann ging der Kampf auch schon los.

Ich hab regelrecht den Atem angehalten, weiß ich doch wie wehrhaft und geschickt Spinnen sein können. Aber dann ruckzuck, hatte die Wespe die Oberhand gewonnen und dann, ich kanns immer noch nicht glauben, hat sie der Spinne die beiden hinteren Beinpaar abgeschnitten mit ihren Kiefern – diese Wespe muss ja irrsinnig scharfe Kieferzangen haben.

Ui… jetzt bettet sie die Spinne um. Diese rührt sich ja gar nicht mehr, unglaublich! Was hat das zu bedeuten? - Sieht ja beinah aus, als wollte die Wespe die Spinne mitnehmen.

Ist etwa sie die Jägerin und die Spinne die Beute?

 

„Das siehst du völlig richtig! Ich bin nämlich eine Wegwespe und hab für meinen Nachwuchs nach gutem Futter gesucht. Beim Herumlaufen und Schnuppern bin ich dann dieser Spinne auf die Spur gekommen und hab sie mir in einem schnellen Kampf geschnappt.“

„Ist sie tot?“

„Noch nicht, meine Kinder brauchen ja lebendes Futter. Sie sind keine Aasfresser. Daher hab ich sie nur betäubt. Sie spürt gar nichts mehr,

lebt aber noch.“

 

„Fressen deine Kleinen nur Spinnen?“

„Genau! Bei uns kommen nur Spinnen auf den Tisch, genauer Sackbauchspinnen und Glattbauchspinnen. Nun ja, für unsere Kinder. Wir Erwachsenen stehen da mehr auf leckeren Nektar.“

„Aha, dann gehörst auch du zu den Blütenbestäubern?“

„So ist es!“

 

"Hast du denn keine Angst vor den Spinnen?"

"Nein! Wir Wegwespen sind stark und mutig. Selbst Spinnen,

die zehnmal so groß ist wie wir selbst, haben keine Chance."

 

„Wow!

Baust du auch Papiernester wie die Gewöhnliche Wespe?“

„Nein, viel zu viel Arbeit. Dafür braucht Wespe ja einen ganzen Staat!

Und dann Holz abnagen, kauen und verschleimen und dann zu Waben formen… obwohl, ich als Wegwespe, genauer Tönnchenwegwespe, forme meine Brutzellen ebenfalls auf recht kunstvolle Weise – aber nicht aus Papier sondern aus Lehm!“

 

„Wow! Dann bist du wohl eine Tonmeisterin?“

„Einige der Wespenarten, die aus Lehm ihre Brutzellen bauen sind darin wirklich wahre Meister. So zum Beispiel die Töpferwespe. Ihre Zellen sehen aus wie kleine Tonvasen. Und falls nicht genügend Lehm vorhanden ist, tut es auch mal die leere Hülse in einem Insektenhotel. Es gibt aber auch einige Wegwespen-Stämme, die buddeln nur einfach Höhlengänge in den Erdboden. So, aber jetzt muss ich weiter machen. Der Nachwuchs wartet sozusagen schon in den Eiern. Und ich bin die einzige,

die sich um die Kleinen kümmert!“

 

Wenn Ihr mal solch einen tollen Tontopf sehen wollt, dann schaut auf dieser Seite vorbei: www.mfn-wissensdinge.de/tontoepfe-aus-wespenhand/

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!