Die Gefahr lauert überall

Das war ein schöner Tag, gab zwar nicht so viele Insekten zu entdecken, die ich noch nicht kenne, aber ab und zu tut Ruhe auch sehr gut… huch, was war dass denn eben?

Beinah so etwas wie ein Knall in der Luft. Sind da zwei zusammen geprallt?

 

Hm, da geht ein leises Summen weiter, es landet direkt ein Blatt unter mir.

 

 

Ups: Das ist ja ein Jäger gewesen! Und er hat eine Wespe erbeutet. Eine Wespe die beinah so groß ist wie er selbst.

 

Hm, dem Kopf nach zu urteilen, mit den großen Augen, könnte es eine Raubfliege sein.

„Mampf, ja – da liegst du vollkommen richtig mit. Saug, fress…

ich bin eine Raubfliege und gehöre zur Familie der Habichtsfliegen, genauer der Höcker-Habichtsfliegen.“

 

„Ähm, lebt deine Beute etwa noch?“

„Nein, mein Stamm ist da ganz anders, als diese Schlupfwespe, die ich gerade erwischt habe. Wir töten unsere Beute zuerst und fressen dann. Dass die Wespe tot ist, erkennst du übrigens daran, dass ihre Fühler sich angefangen haben zu ringeln – das passiert immer, nach dem sie gestorben sind. Außerdem, du bist doch eine Raupe, oder?“

„Ja, eine sehr wehrhafte Raupe. Die Raupe aus

der Familie der Ritterfalter. Warum?“

„Du müsstest dich eigentlich freuen, dass ich diese Tierchen jage. Denn, auch wenn es sich um ein Männchen handelt, so legt dieser Schlupfwespen-Stamm seine Eier an Raupen ab und diese werden dann nach und nach aufgefressen, und die leben dabei noch!

Und die sind so schnell und geschickt darin, dass es dir nichts bringt, wenn du deine stinkende Nackengabel ausfährst.“

 

 Ach, du Schreck!

Und ich dachte noch, jetzt bin ich groß genug, um keine Beute mehr von Raubinsekten zu werden. Aber da scheint es noch viel mehr Gefahren für Wiesenhelden zu geben, als ich wusste. Es ist wirklich nicht leicht für uns, unsere Arbeit zu machen – jeder Tag ist für uns ein Abenteuer. Mal mehr und mal weniger gefährlich.

„Aha, wenn du so genau weißt, was für eine Wespe das ist, wie heißt sie denn?“

„Die Menschen nennen sie Syspasis Scutellator – Geschuptte Schlupfwespe.

Und wie schon gesagt:

die Larven leben meist von Raupen und als Erwachsener sind sie Blütenbestäuber und                                                                                 mögen Nektar.“

 

„Und wie ist das bei deinem Stamm?“

„Nun, unsere Kinder leben im Bodenstreu und sind ebenfalls Jäger.

Das Weibchen lässt im Flug seine Eier einfach über dem Boden fallen

und dann nach knapp einer Woche schüpfen die Kleinen.

Weitere Wochen später beginnt die Verpuppung, die

ebenfalls in der Blätterschicht über dem Boden statt findet.

 

„Frisst du als Erwachsener nur Schlupfwespen?“

„Sie sind unser Lieblingsfutter. Aber, wenn wir Hunger haben tut es auch eine einfache Fliege, Mücke oder Schnake.

Und da ich Hunger habe, will ich jetzt fressen.“

„Na, dann guten Appetit.“

„Den hab ich und wie!“

 

Also nach dem Schreck, mach ich doch schon früher meine Pause. 

In 4 Wochen geht es dann wieder weiter!

 

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Zeit

Alby von Tanzfroh

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!