Es läuft so grün...

Irgendwie ist im Moment nicht das richtige Wetter für einen Schmetterling. Der Himmel ist so grau und es ist doch recht kühl, wenn man bedenkt, wie heiß es noch vor einer Woche war.

Aber einen Wiesenhelden-Reporter wie ich einer bin, der lässt sich dadurch nicht abhalten.

Daher krabbele und fliege ich hier vorsichtig im Gebüsch herum. Denn auch hier gibt es interessente Tierchen… oha, hat sich da gerade nicht ein Stückchen grünes Moos bewegt?

Ja, genau es läuft so grün über einen Stein. Ich glaube das ist gar kein Moos, das muss einer von den Wiesenhelden sein, wenngleich er recht klein ist. Ich würde mal sagen vielleicht gerade mal 5 mm lang. Euch Menschen würde der kleine Kerl vermutlich nicht einmal auffallen. Aber einem Reporter wir mir entgeht nichts.

Mal näher heran fliegen. Hm, sieht wie einer vom Stamm der Käfer aus, welcher Art er wohl angehört?

 

„Deine Flügel sind so schön staubgrün, züchtest du etwa Moos

auf ihnen oder wie kommt die Farbe zustande?“

„Auf meinen Deckflügeln befinden sich Schuppen. Sie sind so ähnlich wie die, die du auf deinen Flügeln trägst und je älter ich werde, desto mehr nützen sie sich ab bis irgendwann alle weg sind und nur noch die schwarze Grundfarbe vorhanden ist. Daher nennen mich die Menschen Goldgrüner Blattnager oder auch Silbriggrüner Laubholzrüssler.“

„Ah ja, das mit der Abnutzung der Schuppen kennen wir Schmetterlinge ebenfalls. Je älter wir sind, desto weniger sind noch auf den Flügeln und

so wird das Fliegen im Alter für uns auch immer schwieriger.

Zum Glück brauchst du sie nicht zum Fliegen, oder?“

„Nein, die Flugflügel befinden sich unter den dicken Deckflügeln. Diese dienen uns als Schutz und die grüne Farbe als Tarnung. Denn auf einem grünen Blatt sind wir so im Grunde unsichtbar. Und Blätterknabern ist nunmal mein Talent. Dabei bin ich stets sehr vorsichtig und achte darauf, der Pflanze nicht zu schaden – das ist etwas, auf das nicht jeder Blattfresser achtet. Auch bei uns Rüsselkäfern, von denen ich etwa 25 verwandte Arten habe, gibt es einige Vielfraße.“

 

„Fressen eure Kinder dann auch Blätter?“

Nein. Unsere Kleinen, die nebenbei bemerkt wie Fliegenmaden aussehen, im Gegensatz zu den anderen Käferlarven, leben in den Stängeln von verschiedenen Wildpflanzen. Dort fressen sie das weiche aber sehr gehaltvolle Mark. Wenn sie alt genug sind zum Verpuppen graben sie sich einen Weg nach draußen, und machen sich auf zum Erdboden. Darin graben sie weiter und verpuppen sich dann. Im Frühjahr schlüpft dann der fertige Käfer. Manche andere Arte fressen aber auch an den Wurzeln und sind ihre ganze Kindheit lang in der Erde.“

 

„Haben eigentlich alle Käferarten Schuppen auf ihren Deckflügeln?“

„Nein! Manche sind behaart, andere tragen Dornen darauf oder Borsten.

Es gibt allerdings auch Arten, denen fehlen diese Spezialoutfits. Sie habe einen ganz glatten Panzer wie zum Beispiel die Marienkäfer.

Ihnen reicht die Warnfärbung vollkommen aus, um sich gegen

Fressfeinde zu schützen, da sie ja einen übelriechenden

Saft bei Gefahr erzeugen können.“

 

Das ist aber wirklich sehr interessant! Früher, vor vielen Millionen Jahren, haben die Ur-Schmetterlinge statt Schuppen auch Haare auf den Flügeln gehabt. Einige Arten tragen sie immer noch wie die Köcherfliege (ein Schmetterling dessen Raupe im Wasser lebt) oder die Federgeistchen von denen ich gestern eines interviewen konnte. Und Borsten nutzen viele Schmetterlingsarten, um jedes der seitlichen Flügelpaare miteinander zu einem größeren Flugflügel zu verbinden. Und manch eine Raupe trägt zu ihrem Schutz auch mal Stacheln und Dornen an ihrem Körper… so wiederholt Mutter Natur immer mal wieder ihre eigenen, wunderbaren Ideen.

Bis Morgen

Euer Linus

 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!